Wirtschaft

Es begann mit einer Idee – Gesundes seit 40 Jahren von Rapunzel

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Rapunzel-Chef Joseph Wilhelm beim Gespräch mit der Lokalen. Foto: Radeck

Memmingen (rad). Es begann mit einer „gesunden“ Idee. Damals, genau gesagt, vor 40 Jahren, war es vielleicht auch „nur“ eine Lebenseinstellung: gesund zu leben und sich entsprechend zu ernähren und zu versorgen.

Die Bewegung steckte noch in den „Kinderschuhen“ – ihre Anhänger wurden gern als „Körnerfresser“ bezeichnet, die sich von Müsli ernähren und bisweilen auch das eingefahrene System und Establishment hinterfragen.

Sei’s drum – das Original Müsli war das erste Produkt von Rapunzel. Die Zutaten: Vollkornflocken, Nüsse, Buchweizen und weil’s auch ein wenig süß schmecken sollte: ein paar Sultaninen. Aber eben ohne Zucker oder weitere Zusätze. In der Bauernhofküche im Allgäu wurde das Müsli in einer eigens dafür angeschafften Badewanne sorgfältig von Hand gemischt. Heute undenkbar, aber in der damaligen Aufbruchsstimmung gar nicht anders machbar.

Wir machen einen Zeitsprung, sitzen 40 Jahre später im (für jeden offenen) Büro von Rapunzel-Gründer und Inhaber Joseph Wilhelm. „Ja, es war damals wie eine eigene Lebensweise. Wir waren begeistert“, erzählt er.

Allerdings war ihm auch schon damals bewusst, dass „Bio“ nur funktioniert, wenn die Zulieferer eine Abnahmegarantie erhalten.

Aus der „Spinnerei“ von damals, aus dem Laden mit Gärtnerei, ist ein mittelständischer Betrieb mit 350 Mitarbeitern geworden – Menschen, die von und mit den Produkten leben. Und aus dem ersten Produkt ist eine Angebotspalette mit rund 550 gesunden Produkten entstanden. Vom Ur-Müsli über Haselnuss-Creme bis hin zu veganischen Lebensmitteln. Und eine große Verantwortung: Allein die Löhne und Gehälter betragen rund 15 Millionen Euro jährlich.

Am „Ende der Fahnenstange“ sieht Wilhelm sein Unternehmen und vor allem „Bio“ noch lange nicht. „Vier Prozent beträgt der Bioanteil am Markt, uns bleiben also noch 96 Prozent“, schmunzelt er und sieht hier natürlich ein enormes Potential. Aber er sieht auch die vorhandenen Hürden, die insbesondere von der Politik abgebaut werden müssten. Um „Bio“ in Konkurrenz zu konventionell hergestellten Lebensmittel nicht zu benachteiligen, um faire Rahmenbedingungen zu schaffen.

 

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