Arbeitslosenzahl nimmt zu

Saisonal und konjunturel bedingter Anstieg

veröffentlicht am 30.01.2020

Nürnberg/Kempten/Memmingen (dl/rad). Trotz eines relativ robusten Arbeitsmarkt ist die Zahl der arbeitslosen Menschen in Deutschland im Januar spürbar angestiegen. Bundesweit um 0,4 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent, das Bayerische Allgäu meldet 2,8, der Wirtschaftsraum Memmingen 2,6 Prozent (jeweils +0,3) und das Unterallgäu 2,2 (+0,4) Prozent. Laut der Bundesagentur sei ein derartiger Anstieg für einen Januar normal. Zudem wirkt sich auch die gedämpfte konjunkturelle Stimmung aus.

Im Vergleich zum Januar 2019 verzeichnete der Wirtschaftsraum Memmingen einen Anstieg um 0,2 Prozentpunkte, allgäuweit um 0,1 Punkte. Im Bayerischen Teil des Allgäus waren im Januar annähernd 10.600 Frauen und Männer bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Das waren 960 arbeitslose Menschen mehr als im Dezember, der Jahresvergleich zeigt einen Zuwachs um knapp 580 arbeitslose Kräfte.

„Im Januar ließen verschiedene Faktoren die Zahl arbeitsloser Menschen ansteigen. Zum einen führten gedämpfte konjunkturelle Erwartungen im verarbeitenden Gewerbe zu einer Reihe von Entlassungen. Daneben meldeten sich nach den Feiertagen Anfang Januar Menschen aus Verkaufsberufen, aus dem Logistiksektor und aus Büroberufen arbeitslos. Und schließlich sprachen auch vorwiegend Männer, die zuletzt in Außenberufen tätig waren, bei den Vermittlern vor, weil sie für kurze Zeit beschäftigungslos wurden. Aufgrund der für die Jahreszeit relativ milden Witterung waren das jedoch weniger Kräfte als im Jahr zuvor,“ sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Mit steigenden Temperaturen können Menschen im Garten-/Landschaftsbau, in Bauberufen und artverwandten Gewerken in vielen Fällen wieder eine Beschäftigung in dem Betrieb aufnehmen, bei dem sie zuletzt arbeiteten.“

Zuwachs bei arbeitslosen Menschen

Die relativ milde Witterung im Januar kam dem Arbeitsmarkt für Tätigkeiten im Freien zu gute. Etwas mehr als 100 Mitarbeiter aus Hoch- und Tiefbaubetrieben meldeten sich für kurze Zeit arbeitslos. Ähnlich viele kamen aus Ausbautätigkeiten hinzu. Insgesamt waren das merklich weniger Kräfte als in Jahren mit Schnee und tiefen Temperaturen.

Daneben meldeten sich 170 Mitarbeiter aus Büroberufen arbeitslos sowie eine Reihe von Kräften aus dem Verkauf und dem Logistiksektor. Nach Tätigkeiten im verarbeitenden Gewerbe, insbesondere im Metallsektor, wurden 220 Kräfte neu arbeitslos. Insgesamt nahm die Arbeitslosigkeit bei Männern im Jahresvergleich nochmals stärker zu als bei Frauen. Während bei Männern ein Zuwachs von 470 arbeitslosen Menschen zu verzeichnen war, erreichte die Zunahme bei Frauen eine Zahl von etwas mehr als 100 Personen. Das lässt sich auch darauf zurückführen, dass Männer stärker in konjunkturabhängigen Fertigungsberufen sowie in Außentätigkeiten arbeiten.

Frauen sind in stärkerem Maß im Dienstleistungsbereich, in der Erziehung oder Pflege beschäftigt. In diesen Arbeitsbereichen spielen konjunkturelle Einflüsse kaum eine Rolle. Im Januar waren gut 57 Prozent aller arbeitslosen Menschen männlich, knapp 43 Prozent waren Frauen.

(Grafiken: Agentur für Arbeit)