Arbeitslosigkeit steigt an

Spürbare Auswirkungen der Corona-Maßnahmen

veröffentlicht am 29.01.2021

Nürnberg/Kempten/Memmingen (dl/rad). Die Arbeitslosenzahl ist in Deutschland im Januar auf etwas über 2,9 Millionen gestiegen, die Arbeitslosenquote hat um 0,4 Prozentpunkte auf nun 6,3 Prozent zugenommen. Auch im Wirtschaftsraum Memmingen hat sich die Quote auf 3,1 Prozent (+ 0,2) erhöht, im Landkreis Unterallgäu auf 2,7 Prozent (+0,3).

Agentur-Chef Detlef Scheele erklärte, dass sich der Arbeitsmarkt "alles in allem weiter in einer robusten Verfassung" zeige, aber dass die Corona-Maßnahmen Spuren hinterlasse. Dennoch fiel der Januar-Anstieg heuer etwas geringer aus als im Vorjahr. Von Dezember 2019 auf Januar 2020 wurde bundesweite ein Anstieg um 198.000 vermeldet.

Im Bayerischen Teil des Allgäus hat sich die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls erhöht – die Quote stieg ebenso um 0,4 Punkte auf nun 3,6 Prozent. In konkreten Zahlen sind das 1.500 Menschen mehr als noch im Dezember. Der Wirtschaftsraum Memmingen meldet einen Anstieg von 173 Arbeitslosen auf nun 2.152 Menschen an.

„Im Januar erlebt der Arbeitsmarkt bereits seit vielen Jahren die jährlich stärkste Belastung. Schnee und tiefe Temperaturen verhindern die Fortsetzung vieler Arbeiten im Freien. Und zum Jahreswechsel wird eine Reihe von Kräften aufgrund des Quartalsendes entlassen,“ sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „In diesem Jahr haben die verlängerten Beschränkungen zu weiteren Entlassungen geführt. Dennoch halten erfreulicherweise sehr viele Unternehmen weiter an ihren Mitarbeitern fest. Als Agentur für Arbeit unterstützen wir Betriebe und Beschäftigte weiterhin in starkem Umfang durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld.“

Kurzarbeitergeld stabilisiert weiter

Anzeigen zur Kurzarbeit sind ein Indikator für die konjunkturelle Entwicklung. Spätestens bis zum Ende des Monats, in dem die Kurzarbeit begonnen hat, muss eine Anzeige bei der Agentur für Arbeit über die Höhe des Arbeitsausfalls und die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter erfolgen. Nach dem Höhepunkt im Frühjahr ging die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeitergeld bereits ab Mai wieder zurück. Diese Entwicklung signalisierte, dass sich der Arbeitsmarkt ab diesem Zeitpunkt stabilisierte. Im September wurde mit 50 neuen Anzeigen und maximal 490 betroffenen Mitarbeitern der niedrigste Wert seit Ausbruch der Pandemie in 2020 erreicht. Ab Oktober erhöhte sich die Zahl der eingehenden Anzeigen im Zuge der pandemiebedingten Einschränkungen erneut.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass bei konjunktureller Eintrübung die Anzeigen früh eingehen und einen erhöhten Umfang aufweisen. Nur ein Teil der Anzeigen und der darin genannten potenziell betroffenen Mitarbeiter wird tatsächlich realisiert.

Hat ein Unternehmen bis 31.12.2020 Kurzarbeit eingeführt und bei der Arbeitsagentur angezeigt, kann es Kurzarbeitergeld bis zu 24 Monate, längstens bis 31.12.2021, beziehen. Wird die realisierte Kurzarbeit um mehr als 3 Monate unterbrochen, muss erneut eine Anzeige abgeben werden. Statistisch lässt sich dieser Effekt nicht gesondert abbilden. Eine Reihe von Betrieben, die im Frühjahr verkürztes Arbeiten angezeigt hatten, kehrte in den Folgemonaten zunächst zum „Regelbetrieb“ zurück. Mit dem erneuten Lockdown im Herbst zeigten diese Betriebe in Teilen erneut verkürztes Arbeiten an.

(Grafiken: Agentur für Arbeit)