Arbeitsmarkt im Allgäu auch im November recht belebt

Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosenzahl schwächer als in Vorjahren

veröffentlicht am 02.12.2021

Die Zahl der Arbeitslosen hat saisonbedingt im Vergleich zum Vormonat leicht zugenommen, der Anstieg der Arbeitslosenzahl ist jedoch niedriger als in den letzten Jahren. Grafik: Agentur für Arbeit Memmingen-Kempten

Kempten/Memmingen (dl). „Die Arbeitsmarktzahlen im November sind noch deutlich von dem starken wirtschaftlichen Aufschwung der Allgäuer Wirtschaft seit dem Frühsommer geprägt“, erklärt Maria Amtmann, Chefin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Zwar hat die Zahl der Arbeitslosen saisonbedingt im Vergleich zum Vormonat leicht zugenommen, aber der Anstieg der Arbeitslosenzahl um 0,8 Prozent ist sehr moderat und niedriger als in den letzten Jahren.

Erstmals seit Pandemiebeginn liegt die Arbeitslosenquote dieses Monats im Gesamtagenturbezirk mit 2,4 Prozent gleichauf mit der Quote des Vor-Corona-Novembers 2019. Die aktuell wieder eingetretenen Coronabeschränkungen schlagen sich derzeit bei den Arbeitslosenzahlen noch nicht nieder, könnten jedoch wieder zu einer verstärkten Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes in den kommenden Wochen führen, heißt es im Bericht der Arbeitsagentur.

Arbeitslosigkeit

Im November waren im Gesamtbezirk der Arbeitsagentur Kempten-Memmingen 9.222 Menschen arbeitslos gemeldet – 73 mehr als noch im Oktober. Dies entspricht einer Zunahme der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozent-Punkte auf 2,4 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt damit die normale saison- und witterungsbedingte Zunahme der Arbeitslosigkeit im November in diesem Jahr deutlich geringer aus.

In den meisten Personengruppen (Ältere über 50 Jahre, Ausländer) nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zu Oktober leicht zu, während bei den Jüngeren unter 25 Jahren ein Rückgang um 93 Personen (minus 10,6 Prozent) auf 785 arbeitslose Menschen zu verzeichnen ist. Auch im November treten manche junge Menschen noch mit Verspätung eine Berufsausbildung an – unter anderem daraus resultiert der Rückgang der Arbeitslosigkeit in dieser Personengruppe.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2020 sank die Arbeitslosenzahl insgesamt um 2.892 Personen, das entspricht einem Rückgang von 23,9 Prozent.

Auch im Zu- und Abgang in und aus Arbeitslosigkeit zeigt sich der beginnende Winter: Es haben sich in diesem Monat 2.911 Bürger neu arbeitslos gemeldet – 268 Personen bzw. 10,1 Prozent mehr als noch im Oktober. Abmelden aus der Arbeitslosigkeit konnten sich 2.824 Personen, 503 Personen bzw. 15,1 Prozent weniger als im Oktober. Schaut man bei diesen Zahlen auf die Erwerbstätigkeit, haben sich aus einer Erwerbstätigkeit heraus 1.578 Allgäuer im November arbeitslos gemeldet und es konnten 1.033 Bürger ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. Dazu kommen weitere Bewegungen unter anderem aus und in die sogenannte stille Reserve sowie Eintritte und Beendigungen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen bzw. Ausbildung. Damit zeigt sich der Arbeitsmarkt im bayerischen Allgäu auch im November recht belebt.

Arbeitsstellen

Bei der Zahl der vakanten Arbeitsstellen gab es im Vergleich zum Vormonat im November wenig Veränderung. Der Bestand an offenen Stellen ist geringfügig gesunken: um 17 auf 6.972 Stellen, ein Minus von 0,2 Prozent. Die Betriebe meldeten der Arbeitsagentur im November 1.352 neue zu besetzende Stellen – sieben mehr, als noch im Oktober. Dies entspricht einem Plus von 0,5 Prozent. Nach der Herbstbelebung in September und Oktober führen die beginnenden Wintermonate regelmäßig zu Konstanz oder einem Rückgang an gemeldeten offenen Stellen.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat 2020 waren in diesem November 2304 vakante Stellen mehr durch die Betriebe gemeldet – ein Plus von 49 Prozent. Im Stellenbestand sind die meisten zu besetzenden Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe (790 Stellen), im Gastronomiebereich (783 Stellen), im Handel (753 Stellen) und im Gesundheits- und Sozialwesen (696 Stellen) zu finden.

Kurzarbeit

Da Betriebe drei Monate Zeit haben, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld zu stellen und Abrechnungen vorzunehmen, liegen valide Zahlen derzeit nur für Juli 2021 und die davorliegenden Monate vor. Im Juli 2021 erhielten im Agenturbezirk Kempten-Memmingen 1.190 Betriebe für 8.347 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld. Der aktuelle Zustand im November lässt sich damit noch nicht abbilden. Die wiedereinsetzenden Beschränkungen aufgrund der hohen Inzidenzen werden Einfluss auf die örtliche Wirtschaft haben und Kurzarbeit voraussichtlich wieder ansteigen lassen. Die telefonischen Nachfragen zum Thema Kurzarbeit haben wieder deutlich zugenommen. Ein Einsetzen steigender Anzeigen für Kurzarbeit durch Unternehmen ist in kleinerem Rahmen bereits feststellbar. Diese Nachfragen betreffen unterschiedliche Branchen.

So kommt es im industriellen Bereich aufgrund von Lieferschwierigkeiten und der dadurch stoppenden Produktionsprozesse wieder vermehrt zu Kurzarbeitsszenarien. Wie stark der Anstieg der Kurzarbeit in den kommenden Wochen ausfallen wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.