Corona beeinträchtigt deutlich den Arbeitsmarkt

Aber Betriebe stehen weiter zur Ausbildung

veröffentlicht am 03.06.2020

Nürnberg/Kempten/Memmingen (dl/rad). Die Corona-Krise schlägt weiter voll auf dem Arbeitsmarkt durch. Bundesweit ist die Arbeitslosenquote im Mai um weiter 0,3 Prozentpunkte auf nun 6,1 Prozent gestiegen – allgäuweit gab es mit 0,2 Prozentpunkten auf nun 3,5 Prozent ebenfalls eine spürbare Steigerung. Der Wirtschaftsraum Memmingen meldet 3,1 Prozent (+0,2), das Unterallgäu 2,6 Prozent (+0,1). Dennoch stehen die Betriebe in der Region weiter zur Ausbildung.

Die Pandemie prägte auch im Mai die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im bayerischen Teil des Allgäus. Während die Arbeitslosigkeit zwischen März und April noch um gut 2.700 Menschen zugenommen hatte, fiel der Zuwachs zwischen April und Mai mit 820 Frauen und Männern deutlich geringer aus. Die Arbeitslosenquote erreichte aktuell den Wert von 3,5 Prozent, sie lag damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Ergebnis des Vormonats. Im Mai des vergangenen Jahres lag die Quote mit 2,3 Prozent deutlich niedriger. „Trotz erster Erleichterungen hat das Coronavirus auch im Mai den Arbeitsmarkt weiter stark beeinträchtigt. Mit raschen Zahlungen von Kurzarbeitergeld haben wir zahlreiche Beschäftigungsverhältnisse in vielen Betrieben stabilisiert. Bis Ende Mai hat die Agentur für Arbeit mehr als 39 Mio. Euro Kurzarbeitergeld an Betriebe im Allgäu gezahlt“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. Lockerungen in verschiedenen Branchen haben in den letzten Tagen zu Arbeitsaufnahmen geführt. Auch konnten manche Betriebe den Umfang ihrer betrieblichen Einschränkungen bereits reduzieren.

Arbeitslose Menschen

Nach einer Erwerbstätigkeit haben sich im Mai gut 1.720 Frauen und Männer neu arbeitslos gemeldet. Das waren 1.440 weniger als im April. Seinerzeit wurden im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit dem Corona-Lockdown deutlich mehr Menschen entlassen. Insgesamt ist der Abstand zum Mai des Vorjahres beträchtlich. Seinerzeit waren gut 50 Prozent bzw. 4.650 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Und dennoch herrschte auf dem Arbeitsmarkt kein Stillstand. Vielmehr nahmen im Mai auch 955 Kräfte eine neue Beschäftigung auf und konnten dadurch ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden.

Betriebe stehen zur Ausbildung

Bis Mai haben sich 3.450 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit gewandt. Im selben Zeitraum stellten Unternehmen 5.543 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Aus Sicht der Jugendlichen ist die Lage am Ausbildungsmarkt damit gut. Die 1.400 Bewerber, die derzeit noch keine Ausbildung oder eine Alternative gefunden haben, können aus gut 2.700 unbesetzten Lehrstellen wählen. Rein rechnerisch stehen jedem unversorgten Bewerber knapp zwei unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

Die Corona-Krise scheint auf dem Ausbildungsmarkt nur sehr begrenzte Auswirkungen zu haben. Die Zahlen der Bewerber und der Ausbildungsstellen ist jeweils lediglich etwas niedriger als im Vorjahr.

"Allgäuer Unternehmen halten ihre Ausbildungsbereitschaft bisher weiter hoch. Trotz bestehenden Unsicherheiten wissen zukunftsorientierte Betriebe, dass der Azubi von heute die Fachkraft von morgen ist. Auch nach Corona bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Und ein Mitarbeitender muss übrigens auch nicht zwingend in Vollzeit ausgebildet werden,“ so Amtmann.

(Grafiken: Agentur für Arbeit)