Hoffnungsvolle Tendenz am Arbeitsmarkt

Kurzarbeit hilft - Arbeitslosenmeldung auch online möglich

veröffentlicht am 30.07.2020

Nürnberg/Kempten/Memmingen (dl/rad). Die Arbeitsmarktlage hat sich bundesweit wie regional zwar leicht stabilisert, dennoch ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent gestiegen. Im Wirtschaftsraum Memmingen bleibt sie unverändert bei 3,2 Prozent, das Unterallgäu meldet 2,6 Prozent (+0,1) und damit den sechstbesten Wert in Deutschland.

Der Anstieg verhält sich laut dem Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur wegen der Sommerpause üblichen Rahmen, allerdings habe der massive Einsatz von Kurzarbeit einen stärkeren Anstieg verhindert.

Auch im Allgäu hat das Coronavirus den Arbeitsmarkt im Griff, jedoch haben die Lockerungen der letzten Wochen zu einer ersten Stabilisierung geführt.

Im Monatsvergleich stabilisierte sich die allgäuweite Arbeitslosenquote mit 3,3 Prozent auf demselben Wert wie bereits im Monat zuvor. Der Vergleich mit dem Juli des Vorjahres wiederum zeigt, dass bis zur Herstellung der „vor-Corona-Verhältnisse“ noch ein längerer Weg zurückzulegen ist. Seinerzeit lag die Arbeitslosigkeit um gut 50 Prozent niedriger.

Betriebe blicken etwas zuversichtlicher auf die kommenden Wochen und Monate. Das zumindest signalisiert die gestiegene Zahl von neu hereingegebenen Stellenangeboten. „Der Arbeitsmarkt im Allgäu scheint sich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie langsam zu erholen.

Für eine erste Stabilisierung spricht auch der weitere Zuwachs bei der Nachfrage nach Arbeitskräften. Zusätzlich erzielt die Nutzung von Kurzarbeit eine positive Wirkung und stärkt die Beschäftigung in vielen Betrieben. Die aktuelle Lage darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirtschaftliche Entwicklung auch vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängt,“ sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Obwohl bei der Arbeitslosenquote der Abstand zu früheren Jahren weiter beträchtlich bleibt, zeigt der Verlauf zuletzt eine hoffnungsvolle Tendenz.

Arbeitslose Menschen

Im Juli meldeten sich knapp 1.260 Menschen neu bei den Vermittlern arbeitslos, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hatten. Das waren so wenige wie in keinem anderen Monat seit Juli des vergangenen Jahres. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt ist einiges in Bewegung, denn aktuell starteten auch gut 1.300 Frauen und Männer in eine neue Beschäftigung und beendeten dadurch ihre Zeit der Arbeitslosigkeit. Unter anderen erhielten Menschen im Logistiksektor, im Verkauf, in Hotellerie und Gastronomie sowie im Reinigungsgewerbe eine neue Beschäftigung.

Neues zur Arbeitslosmeldung - Identitätsprüfung ohne Behördengang

Normalerweise ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass man sich persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden muss, um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend zu machen. In der Zeit der Coronavirus-Pandemie kann dies ausnahmsweise auch telefonisch oder online geschehen. Die Identitätsprüfung muss aber in jedem Fall nachgeholt werden.

Da nach wie vor persönliche Vorsprachen so gering wie möglich gehalten werden sollen, bietet die Agentur für Arbeit befristet bis zum 30. September 2020 das sogenannte „Selfie-Ident-Verfahren“ für Kundinnen und Kunden an. Damit kann die notwendige Identifikation ohne persönliches Erscheinen über Handy oder Tablet erfolgen. Wichtig: Alle, für die dieses Verfahren möglich ist, bekommen in den nächsten Tagen ein entsprechendes Schreiben, in dem das Selfie-Ident-Verfahren angeboten und erklärt wird. Betroffene müssen also erst aktiv werden, wenn sie angeschrieben werden.

„Das neue Verfahren ermöglicht es Kundinnen und Kunden, rund um die Uhr und ohne persönliches Erscheinen in der Agentur für Arbeit ihre Identifizierung nachzuholen. Der Schutz der personenbezogenen Daten hat für uns höchste Priorität. In Kooperation mit unserem Partnerunternehmen garantieren wir eine sichere Verarbeitung der Personendaten,“ sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Die Nutzung des Selfie-Ident-Verfahrens ist freiwillig. Sollten sich betroffene Kunden dagegen entscheiden, erhalten sie zu einem späteren Zeitpunkt einen Brief, um sich auf herkömmlichem Weg persönlich in ihrer Agentur für Arbeit zu identifizieren.

Für die Online-Identifizierung brauchen die Kundinnen und Kunden drei Dinge: erstens ein App-fähiges Gerät mit Kamera (Smartphone, Tablet), zweitens eine stabile Internetverbindung und drittens ein gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) mit holographischem Merkmal. Über einen QR-Code auf dem Kundenanschreiben bzw. durch Aufruf der im Schreiben benannten Internetseite erhalten sie weitere Informationen zum Verfahren.

(Grafiken: Agentur für Arbeit)