Regionaler Arbeitsmarkt weiter gut aufgestellt

Experten rechnen dennoch mit Ende des Aufwärtstrends

veröffentlicht am 30.10.2019

Nürnberg/Kempten/Memmingen (dl/rad). Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober auf rund 2,204 Millionen und damit auf eine Quote von 4,8 Prozent (Vormonat: 4,9 Prozent) gesunken. Der Wirtschaftsraum Memmingen meldet wie auch der Landkreis Unterallgäu einen Rückgang um jeweils 0,1 Prozentpunkte – für Memmingen auf 2,1 Prozent, für den Landkreis auf 1,7 Prozent.

Trotz der erneut guten Zahlen gehen die Experten von einem Ende des Aufwärtstrends aus. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rechnet in den nächsten Monaten mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Zum einen leidet die exportorientierte Industrie unter ausbleibenden Bestellungen, zum anderen melden andere Branchen wie beispielsweise die Zeitarbeit einen Nachfrage-Rückgang für Arbeitskräfte.

In unserer Region sind die Zahlen noch immer glänzend, immer noch sind Fachkräfte dringend gesucht. „Im Gesamtergebnis zeigte sich der Arbeitsmarkt in unserer Region auch im Oktober weitgehend stabil. An der Gesamtzahl der arbeitslosen Menschen sind die sich derzeit vollziehenden wirtschaftlichen Veränderungen nicht abzulesen. Regional zeichnen sich jedoch Veränderungen ab. Gleichzeitig ist erkennbar, dass Betriebe ihre Fachkräfte auch bei geringerer Auslastung halten möchten. Das ist an der gestiegenen Zahl von Infogesprächen zum Thema Kurzarbeit erkennbar. Eine Reihe von Arbeitgebern plant aufgrund der Gesamtumstände den Kräftebedarf für die kommenden Monate auch vorsichtiger als in den letzten Monaten,“ sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Arbeitslose Menschen

Im Oktober waren knapp 400 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Erfreulich insbesondere der Rückgang auf Seiten der Jüngeren unter 25 Jahre: Etwas mehr als 200 Kräfte konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Auch insgesamt zeigten sich große Veränderungen auf Seiten der arbeitslosen Menschen. So meldeten sich im Oktober knapp 2.300 Menschen nach einer Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder sonstigen Maßnahme neu arbeitslos. Gleichzeitig endete für 2.360 Frauen und Männer die Zeit der Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung oder Ausbildung.

Ein Vergleich mit den Daten aus dem Oktober des vergangenen Jahres zeigt, dass seinerzeit gut 210 Männer weniger arbeitslos waren. Nur teilweise wird dieser Zuwachs bei arbeitslosen Männern durch einen Rückgang bei Frauen um knapp 60 Kräfte ausgeglichen.

Die weitgehend stabile Situation auf dem Arbeitsmarkt verdeutlicht der mehrjährige Vergleich:

Stellenangebote

Insgesamt agieren Arbeitgeber zurückhaltender bei ihrer Personalplanung. Dennoch stellten Betriebe im Vergleich zum September wieder mehr Stellen neu zur Verfügung. Unter den 1.466 zusätzlichen Angeboten gab es knapp 70 Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich Energie- und Elektrotechnik.

Logistikbranche sucht für Weihnachtsgeschäft

Der Logistiksektor hatte knapp 100 Arbeitsplätze neu zu besetzen. Hier zeigen sich erste Auswirkungen auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Das Handwerk suchte weiterhin nach qualifizierten Mitarbeitern, sei es im Hochbau, in der Gebäudetechnik oder im Bereich Sanitär, Heizung, Klimatechnik. Des Weiteren waren Kräfte in der Altenpflege und in Erziehung und Heilerziehungspflege gefragt. Annähernd 90 weitere Stellenangebote galt es hier zu besetzen. Hotellerie und Gastronomie boten knapp 200 Arbeitsplätze für Servicepersonal an. Insgesamt waren für Vermittlungsbemühungen mehr als 6.500 Stellenangebote verfügbar. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres bedeutete das ein Minus von annähernd fünf Prozent.

(Grafiken: Agentur für Arbeit)