Silberstreif am Arbeitsmarkt-Horizont

Arbeitslosenquote im Allgäu vermindert sich auf 3,3 Prozent

veröffentlicht am 01.07.2020

Memmingen (dl). Über viele Jahre war der Juni einer der Monate, in denen die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf im Allgäu neben dem Oktober am niedrigsten war. Auch wenn in den letzten Tagen und Wochen verschiedene Einschränkungen gelockert wurden, belastet die Coronavirus-Pandemie das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt jedoch weiterhin. Gut 4.500 Frauen und Männer sind aktuell mehr arbeitslos gemeldet als im Juni des vergangenen Jahres. Die Zahl der Menschen, die in Betrieben verkürzt arbeiteten, blieb weiter hoch.

Und dennoch zeigten sich erste Lichtblicke, denn im Vergleich zum Mai sind derzeit knapp 520 Menschen weniger arbeitslos. Entsprechend ging die Arbeitslosenquote im Monatsvergleich um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent zurück. . Und Betriebe stellten mehr neue Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung als wenige Wochen zuvor.

Das Arbeitsmarktbarometer für Kempten und Memmingen. Grafik: Agentur für Arbeit

„Die Lockerungen insbesondere im Bereich der Hotellerie und Gastronomie haben den Arbeitsmarkt in den Tourismushochburgen entlang der Berge und am Bodensee belebt. Zahlreiche Einstellungen waren die Folge und das führte zu einem Rückgang bei arbeitslos gemeldeten Menschen. In anderen Branchen konnten manche Betriebe den Umfang der Kurzarbeit ebenfalls bereits reduzieren“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Erfreulich ist auch die Zunahme bei neuen Stellenangeboten, die Betriebe zur Besetzung hereingegeben haben. Der Arbeitsmarkt bietet durchaus Chancen auf eine neue Beschäftigung, auch wenn der Bedarf an Arbeitskräften den des Vorjahres noch längst nicht erreicht.“

Leicht erhöhte Nachfrage nach Arbeitskräften

Während Arbeitgeber im Vormonat 640 Beschäftigungsmöglichkeiten neu zur Verfügung gestellt hatten, waren es aktuell mehr als 760 Stellenangebote. Auch wenn der Abstand zum Juni des Vorjahres weiter beträchtlich blieb, bedeutete das im Monatsvergleich einen Zuwachs um knapp 20 Prozent.

Einen gewichtigen Anteil hatten dabei Hotellerie und Gastronomie, denn coronabedingte Einschränkungen fielen weg. Das ermöglichte diesen Branchen auch einen Neustart bei der Mitarbeiterbeschäftigung. Knapp 50 neue Arbeitsstellen in der Beherbergung und 40 im Gastrogewerbe bildeten zusammen mit annähernd 50 Angeboten für Köche eine gute Basis und führten gemeinsam mit zahllosen Arbeitsaufnahmen von „Betriebsrückkehrern“ zu einer leichten Entspannung auf diesem Teilarbeitsmarkt.

Der Kräftebedarf konzentrierte sich dabei auf die Tourismusregionen des südlichen Oberallgäus, der Region Füssen und des Landkreises Lindau. Daneben meldete der Logistiksektor 50 neue Arbeitsplätze. Das bedeutete eine Verdoppelung des Kräftebedarfs im Vergleich zum Vormonat. Erziehungskräfte, sowie Mitarbeiter in Arzt- und Zahnarztpraxen waren ebenfalls stärker gefragt. Für Verkaufstätigkeiten nahm die Nachfrage ebenfalls etwas zu, ähnliches galt für verschiedene Handwerksberufe wie Klempner und Mitarbeiter in der Holzbearbeitung.

Neben den neu hereingegebenen Stellenangeboten wurden im Juni die zum Teil bereits kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie angebotenen Beschäftigungsofferten in Gesprächen mit Personalverantwortlichen nochmals hinterfragt. Daraus ergab sich eine geringfügige Reduzierung auf etwas weniger als 4.000 Beschäftigungsmöglichkeiten im Gesamten. Der Vergleich mit dem Juni des Vorjahres zeigt, dass die wirtschaftliche Entwicklung weiter unsicher gesehen wird. Seinerzeit lag der Gesamtkräftebedarf um 43 Prozent höher als derzeit.

Arbeitslose Menschen

Parallel mit einer leicht anziehenden Kräftenachfrage ging die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Vergleich zum Vormonat zurück. Waren im Mai annähernd 13.500 Frauen und Männer arbeitslos, so reduzierte sich diese Zahl im Juni um knapp 520 Menschen auf etwas mehr als 12.950 Kräfte.

Aktuell haben im Juni mit 1.737 Frauen und Männer deutlich mehr Menschen als im Monat zuvor eine neue Beschäftigung aufgenommen und damit ihre Arbeitslosigkeit beendet. Unter ihnen befanden sich ebenfalls zahlreiche Frauen und Männer, die in der Hotellerie und Gastronomie eine Tätigkeit aufnahmen. Viele von ihnen kehrten in den Betrieb zurück, bei dem sie zuletzt gearbeitet hatten. Weitere Arbeitsaufnahmen gab es in größerer Zahl im Verkauf sowie in der Lagerwirtschaft als Lagerfachkraft oder Berufskraftfahrer.