Stabiler Arbeitsmarkt in der Region

Ausbildungsmarkt mit Licht und Schatten

veröffentlicht am 31.07.2019

Nürnberg/Kempten/Memmingen (dl/rad). Im Juli ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland urlaubs- und ferienbedingt leicht gestiegen. Die Quote hat sich um 0,1 Punkte auf nun 5,0 Prozent erhöht. Im Wirtschaftsraum Memmingen (2,0) wie im Unterallgäu (1,7) bleiben die Arbeitslosenquoten im Vergleich zum Juni unverändert.

BA-Vorstand Daniel Terzenbach führte die angestiegene Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Juli weitgehend auf die einsetzende Sommerpause zurück. Die Beschäftigung nehme weiter zu, aber weniger dynamisch als zuletzt.

Stabilere Verhältnisse herrschen auf dem Arbeitsmarkt im Allgäu, was die gleichbleibende Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat (2,2 Prozent) bestätigt – mit 2,0 Prozent meldet der Wirtschaftsraum Memmingen ebenfalls einen gleichbleibenden Wert.

Die seit Monaten anhaltende günstige Entwicklung des Arbeitsmarktes verdeutlicht der mehrjährige Vergleich:

„Insgesamt hatten wir auch im Juli auf dem Arbeitsmarkt im Allgäu weitgehend stabile Verhältnisse. Die aktuelle wirtschaftliche Lage veranlasste manche Betriebe zu einer gewissen Zurückhaltung bei Neueinstellungen. Der Arbeitsmarkt im Allgäu befindet sich aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. Das zeigt sich an der

niedrigen Zahl arbeitsloser Menschen in Verbindung mit einem anhaltenden Bedarf an Fachkräften,“ sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Das neue Ausbildungsjahr steht unmittelbar bevor. Damit auch künftig die gewünschten Fachkräfte verfügbar sind, ist eine betriebliche Ausbildung ein wichtiges Element, um als Betrieb für die nächsten Jahre zukunftsfähig aufgestellt zu sein.

Licht und Schatten auf dem Ausbildungsmarkt

Bis zum Ausbildungsbeginn Anfang September sind es nur noch wenige Wochen. Gut sieht es für junge Menschen aus, die noch eine Ausbildungsstelle suchen, denn es gibt noch zahlreiche offene Ausbildungsplätze. Ganz anders die Betrachtung für manche Betriebe. Der weiter vorhandene Überhang an unbesetzten Ausbildungsplätzen zeigt bereits jetzt, dass nicht jeder gemeldete Ausbildungsplatz am 1. September auch besetzt sein wird. Seit Beginn des Beratungsjahres der Berufsberatung (01.10.2018) stellten Betriebe allgäuweit 5.940 Lehrstellen zur Verfügung, so viele wie nie. Daran wird deutlich, dass Unternehmen stark auf die Ausbildung im eigenen Betrieb setzen, um auf diese Weise dem Fachkräftebedarf zu begegnen. Gleichzeitig sprachen mit den Berufsberatern gut 3.850 junge Menschen, weil sie sich für eine Ausbildungsstelle interessierten Rückgang bei Schülerinnen und Schülern in höheren Jahrgangsstufen verringert auch die Zahl der jugendlichen Ausbildungsinteressenten.

Bis zum Juli hatten Betriebe für 2.370 Ausbildungsplätze noch keine Nachwuchskraft gefunden bzw. der Arbeitsagentur keine Einstellungszusage mitgeteilt. Das waren gut 200 mehr als im Juli des letzten Jahres. Gleichzeitig hatten auch etwas mehr als 1.000 junge Menschen keinen Ausbildungsplatz, der ihren Vorstellungen entsprach oder es lag noch keine entsprechende Mitteilung bei den Berufsberatern vor. Hier waren es 65 weniger als im Juli des Vorjahres. Mehr Betriebe auf der Suche nach einer geeigneten Nachwuchskraft und weniger junge Menschen, die selbst noch nichts gefunden haben – auch das zeigt die aktuellen Schwierigkeiten auf diesem Markt.

Insbesondere in Handel, Logistik und im Handwerk gibt es zahlreiche offene Ausbildungsplätze. Dasselbe gilt für Hotellerie- und Gastronomie mit Ausbildungsstellen als Koch, Hotelfachfrau oder Restaurantfachmann. Selbst für Tätigkeiten im Büro gilt es noch eine ganze Reihe von Ausbildungsplätzen zu besetzen.

Dass die Wünsche junger Menschen nicht immer mit dem verfügbaren Angebot in Einklang zu bringen sind, wird an einigen Beispielen deutlich. So waren 174 Ausbildungsstellen für Kaufleute im Einzelhandel noch zu haben, während zur selben Zeit 46 junge Menschen eine Ausbildung in diesem Beruf suchten. Dasselbe gilt für Verkäufer und Kaufleute – Büromanagement. Räumliche Entfernungen innerhalb des Allgäus, unzureichende Anbindungen an das öffentliche Verkehrsnetz oder ein fehlender Schulabschluss können ein Hindernis sein, dass ein Ausbildungsvertrag zustande kommt.

(Grafiken: Agentur für Arbeit)