Zeichen der weiteren Besserung

Arbeitsmarkt erholt sich weiter

veröffentlicht am 01.06.2021

Nürnberg/Kempten/Memmingen (dl/rad). Die Frühjahrsbelebung hat die Zahl der Arbeitslosen im Mai 2021um 84.000 im Vergleich zum Vormonat verringert. Damit liegt die deutschlandweite Quote bei 5,9 Prozent, im Wirtschaftsraum Memmingen bei 2,6 Prozent (jeweils -0,1). Das Unterallgäu meldet einen Rückgang um 0,2 Punkte auf nun 2,2 Prozent.

"Im Mai zeigen sich erste Anzeichen für eine umfassende Besserung am Arbeitsmarkt. Die Folgen der Corona-Krise sind immer zwar noch sehr deutlich sichtbar, werden aber etwas kleiner.", hat der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, auf der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg ausgeführt.

Auch im bayerischen Teil des Allgäus zeigt sich dieser positive Trend. Erneut waren weniger Menschen bei den Vermittlern arbeitslos gemeldet bei einer gleichzeitig weiter gestiegenen Nachfrage nach zusätzlichen Arbeitskräften. Aktuell erreichte die Arbeitslosenquote mit genau drei Prozent einen deutlich günstigeren Wert als im Mai des letzten Jahres (3,5 Prozent), das Ergebnis des Vormonats wurde um 0,2 Prozentpunkte unterschritten.

„Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im Allgäu auch im Mai solide. Das gilt sowohl für arbeitslose Menschen, die eine neue Beschäftigung aufnahmen wie auch für das gestiegene Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Region hat begonnen, sich in Teilen der Wirtschaft von den pandemiebedingten Einschränkungen zu erholen.

„Es ist zu erwarten, dass der Fortschritt beim Impfen sowie die Lockerungen der letzten Tage insbesondere dem Tourismusgewerbe und dem Einzelhandel zu einem erfolgreichen Neustart verhelfen,“ sagt Maria Amtmann, Leiterin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Betriebe, die sich in Teilen weiterhin Kurzarbeit befinden, können ihre Beschäftigten in dieser Phase mit beruflicher Qualifizierung auf den betrieblichen „Restart“ vorbereiten.“

Zahlen zeigen positiven Trend

Seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie im März des vergangenen Jahres waren beim Vergleich der Monatsdaten kontinuierlich mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im Vorjahresmonat. Für die Monate April und Mai dieses Jahres gilt dies nicht mehr, denn im Jahresvergleich ging die Arbeitslosigkeit jeweils merklich zurück. Ursache hierfür ist, dass beide Monate, die miteinander verglichen werden, innerhalb der Corona-Krise liegen.

Um die arbeitsmarktliche Entwicklung besser einordnen zu können, hilft ein Blick auf die Ergebnisse aus der Zeit vor Beginn der Pandemie. Im Mai 2019 waren 8.820 Menschen arbeitslos, gut 3.000 weniger als zuletzt. Die Arbeitslosenquote erreichte seinerzeit den Wert von 2,3 Prozent. Den mehrjährigen Verlauf in der regionalen Entwicklung der Arbeitslosigkeit verdeutlichen die beiden Grafiken auf der Folgeseite. Zum einen zeigt sich zeigt sich in den letzten drei Monaten eine leichte Entspannung, zum anderen bleibt der Abstand zur vor-Corona-Zeit merklich.

Steigender Kräftebedarf

Nach Ausbruch der Pandemie war die Nachfrage nach Arbeitskräften über mehrere Monate stark eingebrochen. Der Bestand an Stellen sank teilweise auf 4.000 Angebote. Seit März dieses Jahres erhöhte sich die Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich. Betriebe stellten jeweils mehr als 5.000 Jobangebote zur Verfügung, wobei zuletzt im Mai mit 5.600 Beschäftigungsmöglichkeiten die höchste Zahl verfügbar war.

Die Nachfrage reichte quer durch viele Branchen. Einen Schwerpunkt bildete das verarbeitende Gewerbe. Tätigkeiten rund um den Werkstoff Metall gab es zahlreiche. Betriebe aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Metallbearbeitung offerierten allein annähernd 700 Arbeitsstellen. In der Energie- und Elektrotechnik wurden gut 320 Stellen angeboten. Weiter gut läuft es im Bausektor. Das signalisieren 250 Jobs in Hoch- und Tiefbau sowie zum Führen von Bau- und Transportgeräten. Im Baunebengewerbe waren Klempner, Maler und Bodenleger gut gefragte Fachleute. Für den Warenumschlag suchten Unternehmen 460 Lagerfachkräfte und Berufskraftfahrer.

Das Tourismusgewerbe bereitete sich auf eine Wiedereröffnung im Zuge der Pandemieerleichterungen vor. Hotellerie und Gastronomie boten 700 Stellen zur Besetzung an. Daneben wurden auch Kräfte in Erziehung, Sozialarbeit und Pflege gesucht. Hier galt es, 340 Arbeitsplätze zu besetzen.

(Grafiken: Agentur für Arbeit)