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1.954 Unterschriften gegen Überholgleis

Buxheim fordert Alternativen für Güterverkehr

veröffentlicht am 17.02.2026
Buxheim Bahngleis

Begleitet von Buxheimer Bürgerinnen und Bürgern übergibt Bürgermeister Wolfgang Schmidt auf der Brücke an der Pappelallee den Ordner mit den Unterschriftenlisten an Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Neben MdB Lange der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, und der Bundestagsabgeordnete Florian Dorn (Bildmitte). Foto: Sonnleitner

Buxheim (as). Mit deutlicher Geschlossenheit stellt sich die Gemeinde Buxheim gegen die geplante Errichtung eines Abbrems- und Überholgleises für den Güterverkehr mitten im Ortsgebiet. 84,96 Prozent der Bevölkerung haben sich gegen das Projekt ausgesprochen. Die Unterschriftenlisten wurden nun offiziell an Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, übergeben.

Zur Veranstaltung in der Maschinenhalle des Bauhofs, zu welcher der Arbeitskreis Eisenbahn Buxheim eingeladen hatte, begrüßte Bürgermeister Wolfgang Schmidt politische Vertreter aus Landes- und Bundesebene. Als Unterstützer waren neben anderen der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, Landrat Alex Eder sowie der Bundestagsabgeordnete Florian Dorn gekommen.

Höhepunkt war die symbolträchtige Übergabe eines prall gefüllten Leitz-Ordners mit den Unterschriften auf der Brücke an der Pappelallee.

„Nicht gegen die Schiene – aber nicht mitten durchs Dorf“

In seiner Ansprache machte Bürgermeister Schmidt deutlich, dass die Gemeinde den Ausbau des Schienenverkehrs grundsätzlich unterstützt: „Güterverkehr verstärkt von der Straße auf die Schiene zu verlegen, ist ein begrüßenswertes Ziel.“ Auch die geplante neue Haltestelle im Rahmen der Regio-S-Bahn Donau-Iller werde ausdrücklich begrüßt.

Ein Güter- beziehungsweise Kreuzungsgleis mitten im bebauten Ortsbereich sei jedoch mit erheblichen Nachteilen, Risiken und zusätzlicher Lärmbelastung verbunden. „Das kann im Endeffekt nicht funktionieren“, so Schmidt. Genau diese Botschaft spiegelten die Unterschriften wider.

Enttäuschung über fehlenden Dialog

Lothar Geis, Sprecher der Bürgerinitiative Eisenbahn, schilderte die Entstehung des Widerstands. 2023 sei die Planung zufällig entdeckt worden – kurz nach Abschluss der Elektrifizierung der Strecke. Versuche, mit der Deutschen Bahn konstruktiv über Alternativen zu sprechen, seien weitgehend erfolglos geblieben. Angebote zum Dialog und Vorschläge seien nicht aufgegriffen worden.

„Es gibt Alternativen“, betonte Geis unter dem Applaus der Anwesenden. Die Übergabe der Unterschriften solle als demokratischer Auftrag verstanden werden – als Wunsch einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung.

Unterstützung aus der Landespolitik

Klaus Holetschek sicherte den Bürgerinnen und Bürgern Unterstützung zu: Projekte dieser Größenordnung dürften nicht ohne Dialog mit der Bevölkerung umgesetzt werden. „Wir stehen hier an Ihrer Seite. Es kann nicht etwas durchgedrückt werden ohne den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.“ Man werde sich dafür einsetzen, dass erneut Gespräche mit der Bahn geführt und Alternativen gründlich geprüft werden.

Einladung nach Berlin

Staatssekretär Ulrich Lange nahm die Unterschriften persönlich entgegen – und verband dies mit einer konkreten Zusage. Er wolle das Anliegen im Bundesverkehrsministerium sowie mit der DB InfraGO AG erneut besprechen. Eine kleine Delegation aus Buxheim lud er zu Gesprächen nach Berlin ein, um Planungsalternativen auf Fachebene zu erörtern.

„Ich verspreche nichts“, stellte Lange klar. „Aber ich sage zu, dass wir diese Dinge gemeinsam besprechen.“ Ziel müsse es sein, Akzeptanz für Infrastrukturprojekte zu schaffen – nicht gegeneinander, sondern miteinander.

Klare Botschaft aus Buxheim

Moderator Klaus Rüssmann brachte es am Ende auf den Punkt: Entscheidend sei, dass die Anliegen der Gemeinde in Berlin Gehör finden. Mit der Übergabe der 1.954 Unterschriften hat Buxheim ein starkes Zeichen gesetzt – für Dialog, Transparenz und die ernsthafte Prüfung von Alternativen.