Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde der Neubau der Turnhalle des Sonderpädagogischen Förderzentrums Memmingen nun feierlich eröffnet. Fotos: Alexandra Wehr/ Stadt Memmingen
Memmingen (dl/as). Nach rund zweijähriger Bauzeit ist der Neubau der Turnhalle des Sonderpädagogischen Förderzentrums Memmingen feierlich eröffnet worden. Mit der modernen Sportstätte steht der Reichshainschule sowie dem Vereins- und Schulsport eine zeitgemäße Halle zur Verfügung, die funktionale Ausstattung mit hohen ökologischen Standards verbindet.
„Nach der Eröffnung der Edith-Stein-Schule dürfen wir heute ein weiteres großes Schulbauprojekt einweihen. Die neue Sporthalle der Reichshainschule ist eine Turnhalle der Extraklasse“, sagte Bürgermeisterin Margareta Böckh bei der Eröffnungsfeier. Sie dankte den rund 40 beteiligten Baufirmen – viele davon aus der Region – für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8,9 Millionen Euro, wovon etwa 2,2 Millionen Euro durch den Freistaat Bayern gefördert wurden.
Feierliche Eröffnung mit buntem Programm
Die Eröffnungsfeier in der vergrößerten Einfeldhalle wurde von Konrektorin Andrea Karasch moderiert und von den Schülerinnen und Schülern der Reichshainschule aktiv gestaltet. Ein Chor mit rund 80 Kindern eröffnete das Programm musikalisch, eine Tanzgruppe präsentierte einen Flashmob, und der Hauswirtschaftskurs sorgte mit selbst zubereiteten Baguettes für den Stehempfang. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Sportvereinen, Schulen und den beteiligten Firmen nahmen an der Einweihung teil.
Große Erleichterung für den Schulalltag
Schulleiter Willi Seitz sprach von einem „Tag der großen Erleichterung und Freude“. In den vergangenen sechseinhalb Jahren mussten alle Klassen der Reichshainschule für den Sportunterricht ins BBZ ausweichen. „Jetzt ist Schluss mit der Fahrerei“, so Seitz. Gerade im sonderpädagogischen Bereich sei Sport weit mehr als Bewegung: Er fördere motorische, soziale und emotionale Kompetenzen und ermögliche den Kindern wichtige Erfolgserlebnisse und Gemeinschaftserfahrungen.
Trotz der räumlichen Einschränkungen hätten die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren sportliche Erfolge erzielt, etwa beim Deutschen Sportabzeichen sowie bei Basketball- und Fußballwettbewerben auf Bezirksebene. Seitz dankte der Stadt Memmingen ausdrücklich für die Investition: „Es ist nicht nur eine Investition in Gebäude, sondern in die Gesundheit, Teilhabe und Entwicklungschancen unserer Schülerinnen und Schüler.“
Moderne Architektur und nachhaltige Technik
Den kirchlichen Segen für die neue Sporthalle erteilten Kaplan Sebastian Fuchs und Pfarrer Claudius Wolf. Anschließend erläuterten Martin Kopp (f64 architekten, Kempten) und Landschaftsarchitekt Friedrich Hönicke (alerolesch, München) die Eckpunkte des Neubaus.
Die 27 mal 18 Meter große Einfeldhalle kann durch einen Trennvorhang in zwei Kleinfeldhallen geteilt werden und ist mit vielseitigen Sport- und Kletterelementen ausgestattet. Durch die teilweise Absenkung ins Erdreich wirkt das Gebäude vom angrenzenden Park aus niedriger, behält aber seine volle Raumhöhe. Große Glasflächen sorgen für Transparenz und Tageslicht, während integrierte Sonnen- und Vogelschutzsysteme Umweltaspekte berücksichtigen.
Die Turnhalle wurde als Effizienzhaus 40 errichtet. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert Strom für die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die Wärmeversorgung erfolgt über eine Grundwasser-Wärmepumpe. Auch im Außenbereich wurde auf Nachhaltigkeit geachtet: begrünte Dächer, ökologische Pflastersteine, geschützte Bestandsbäume sowie neue Aufenthalts- und Grünflächen fördern die biologische Vielfalt und verbessern die Aufenthaltsqualität.