Memmingen (dl/as). Zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Wildtieren setzt sich die SPD-Fraktion im Memminger Stadtrat für ein nächtliches Betriebsverbot von Mährobotern ein. Ein entsprechender Antrag wurde nun eingebracht.
Ziel des Vorstoßes ist es, schwere Verletzungen oder das Töten geschützter Tiere durch automatisierte Gartengeräte künftig zu verhindern. Konkret soll die Stadtverwaltung prüfen, auf welcher rechtlichen Grundlage – insbesondere nach dem Bundesnaturschutzgesetz und dem Bayerischen Naturschutzgesetz – eine Allgemeinverfügung für das Stadtgebiet Memmingen erlassen werden kann.
Vorgeschlagen wird ein Betriebsverbot für Mähroboter in der Zeit von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang.
Igel besonders gefährdet
Hintergrund ist, dass viele handelsübliche Mähroboter kleinere Tiere nicht zuverlässig erkennen. Besonders Igel sind gefährdet: Bei Gefahr fliehen sie nicht, sondern rollen sich ein – und geraten dadurch in den Gefahrenbereich der Geräte.
Der Igel zählt zu den besonders geschützten Arten. Nach geltendem Naturschutzrecht ist es verboten, diese Tiere zu verletzen oder zu töten. Mehrere Städte in Deutschland haben bereits vergleichbare Regelungen zum nächtlichen Betrieb von Mährobotern erlassen.
Informationskampagne geplant
Neben einer möglichen Allgemeinverfügung regt die SPD-Fraktion eine Informationskampagne an. Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer sollen für einen tierfreundlichen Einsatz von Mährobotern sensibilisiert werden.
Aus Sicht der SPD handelt es sich bei einem zeitlich begrenzten Nachtfahrverbot um eine verhältnismäßige und praktikable Lösung. Moderne Gartentechnik solle weiterhin möglich bleiben – jedoch so, dass der Schutz der Artenvielfalt im urbanen Raum gewährleistet wird.