Dem schwäbischen Handwerk fehlt es weiterhin an Schwung. Die Konjunkturumfrage im 4. Quartal 2025 zeigt: Die Erwartungen der Betriebe trüben sich zunehmend ein. Foto: Lokale Archiv
Schwaben (dl/as). Eine spürbare wirtschaftliche Erholung bleibt im schwäbischen Handwerk weiterhin aus. Die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Schwaben für das vierte Quartal 2025 zeigt: Die Betriebe halten sich zwar überwiegend stabil, doch die Erwartungen für die kommenden Monate trüben sich zunehmend ein.
83 Prozent der befragten Handwerksbetriebe bewerten ihre derzeitige wirtschaftliche Lage als gut oder befriedigend – zwei Prozentpunkte weniger als im Herbst. 17 Prozent sprechen von einer schlechten Situation. Für Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben, ist das ein Zeichen anhaltender Stagnation: „Viele Betriebe schlagen sich trotz zahlreicher Krisen robust, andere zehren zunehmend von ihrer Substanz.“
Kaum Hoffnung auf kurzfristige Erholung
Die Erwartungen an eine baldige Belebung sind gering. Nur acht Prozent der Betriebe rechnen mit einer Verbesserung ihrer Lage, während 22 Prozent sogar eine Verschlechterung erwarten. Der Anteil der Pessimisten ist damit weiter gestiegen. Wagner sieht die Politik in der Pflicht: Notwendige Reformen – etwa bei Steuern oder Lohnnebenkosten – ließen weiterhin auf sich warten. Ein weiteres Jahr ohne spürbare Impulse wäre für viele Betriebe problematisch.
Auftragsmangel belastet zunehmend
Quer durch alle Gewerke klagen 31 Prozent der Betriebe über ausbleibende Neuaufträge – ein erneuter Anstieg gegenüber dem Vorquartal. Besonders betroffen sind das Bauhauptgewerbe sowie handwerkliche Zulieferer für die Industrie. In diesen Bereichen meldet rund jeder zweite Betrieb ein Auftragsminus. Entsprechend sinkt auch die Zufriedenheit, vor allem bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf.
Die Auftragsbücher werden spürbar dünner: Die durchschnittliche Auftragsreichweite ist im vierten Quartal von 9,1 auf 8,0 Wochen zurückgegangen.
Verbrauchernahe Handwerke stabiler
Deutlich besser stellt sich die Lage bei den konsumorientierten Handwerken dar. Besonders die Lebensmittelhandwerke melden mit 95 Prozent erneut sehr hohe Zufriedenheitswerte. Auch Friseure, Optiker und das Kfz-Handwerk zeigen sich überwiegend zufrieden – teils mit leichten Verbesserungen gegenüber dem Vorquartal.
Verhaltener Blick nach vorn
Für die kommenden Monate überwiegt Zurückhaltung: 70 Prozent der Betriebe rechnen mit einer unveränderten Lage. Knapp ein Viertel befürchtet weitere Auftragseinbußen. Vor allem Betriebe mit starker Abhängigkeit von industriellen Auftraggebern blicken skeptisch in die Zukunft.
Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben, erklärt:
„Die aktuellen Konjunkturdaten aus dem schwäbischen Handwerk sind unbefriedigend, vor allem der Blick nach vorn ist von großer Skepsis geprägt. Von den anfänglichen Erwartungen an die neue Bundesregierung ist wenig übrig geblieben.
Eine Reform des Sozialstaats ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung – allerdings müssen Förderstrukturen vereinfacht, Zuständigkeiten klarer geregelt und Bürokratie spürbar abgebaut werden. Staatliche Ausgaben und Sozialleistungen gehören insgesamt stärker auf den Prüfstand.
Entscheidend ist, dass die Bundesregierung Reformen beherzt und zügig angeht. Eine leistungsfähige Wirtschaft muss dabei im Mittelpunkt stehen.“
Weitere Zahlen, Grafiken und Details zur Konjunkturumfrage gibt es unter www.hwk-schwaben.de/konjunktur