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Wenn Storchennester problematisch sind

Landratsamt informiert über Möglichkeiten

veröffentlicht am 14.02.2026
2026-02-10 Weißstorch_Dach

Ein Storchennest auf dem Dach ist schön, kann aber auch problematisch sein. Foto: Anton Burnhauser

Unterallgäu (dl/as). 99 Brutpaare in sechs Kolonien wurden im Jahr 2025 im Landkreis gezählt. Damit zählt das Unterallgäu zu den storchenreichsten Regionen Schwabens. So erfreulich der hohe Bestand der streng geschützten Tiere ist, so problematisch können Nester an ungeeigneten Standorten werden.

Störche bauen ihre Nester bevorzugt auf hohen Gebäuden – etwa auf ungeschützten Dachfirsten oder Kaminen. Das kann zu Problemen führen: Verstopfte Dachrinnen, verschmutzte Dächer und Gehwege oder blockierte Kamine, durch die Rauchgase in Wohnräume gelangen können.

Die Naturschutzbehörde am Landratsamt rät, frühzeitig zu handeln. „Wer beobachtet, dass Störche an einer ungeeigneten Stelle mit dem Bau eines neuen Nestes beginnen, sollte sofort handeln“, erklärt Stephanie Schindler von der Unteren Naturschutzbehörde. Besonders relevant ist der Zeitraum von Mitte Februar bis Anfang Mai. In dieser Phase sollte Nistmaterial unverzüglich entfernt und möglichst ein Abweiser angebracht werden.

Denn: Mit fortschreitender Brutsaison werden Rückbauten rechtlich schwieriger. Sobald ein Nest mehr als eine Handvoll Äste umfasst, sollte umgehend Kontakt mit der Naturschutzbehörde aufgenommen werden. Hat bereits ein Brutversuch stattgefunden, steht das Nest unter Bestandsschutz und darf ohne artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung weder entfernt noch umgesiedelt werden. Das gilt auch im Winter, da Störche über Jahre hinweg zu ihren Horsten zurückkehren.

Beratung und Genehmigungen

Bei Fragen beraten die Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie die Untere Naturschutzbehörde. Auch wer einem Storchenpaar bewusst einen Nistplatz bieten möchte, sollte sich dort informieren.

Zuständig für Ausnahmegenehmigungen – etwa für eine Umsiedlung – ist die Höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben. Ansprechpartnerin ist Rebecca Müller, Telefon (0821) 327-2224, E-Mail: rebecca.mueller@reg-schw.bayern.de.

Kümmerer-Netz im Aufbau

Um Bürgerinnen und Bürger besser unterstützen zu können, baut das Landratsamt derzeit ein sogenanntes Kümmerer-Netz auf – insbesondere für die bestehenden Koloniestandorte in Erkheim, Kirchheim, Mindelheim und Pfaffenhausen.

Wer sich dort engagieren möchte, kann sich an die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Unterallgäu wenden unter Telefon (08261) 995-447.