Memmingen (dl/as). Die wirtschaftliche Lage in Memmingen und im Landkreis Unterallgäu zeigt sich zu Jahresbeginn 2026 etwas stabiler als noch im Herbst. Der IHK-Konjunkturindex steigt um fünf Punkte auf 104. Die IHK warnt jedoch: Ohne strukturelle Reformen und verlässliche Rahmenbedingungen bleibt die Erholung fragil – auch mit Blick auf die Kommunalwahlen im März.
Die Stimmung in der regionalen Wirtschaft hat sich leicht aufgehellt. Mit 104 Punkten liegt der Konjunkturindex zwar über der Wachstumsschwelle von 100, bleibt aber unter dem langjährigen Durchschnitt. Zum Vergleich: In Bayerisch-Schwaben erreicht der Index 108 Punkte, im Allgäu 111 Punkte.
„Unsere Region steht derzeit vergleichsweise solide da – sie ist aber keine Insel“, betont Andrea Thoma-Böck, Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Memmingen und Unterallgäu. „Eine Wirtschaftswende auf Raten reicht nicht. Nach einem Jahr ohne substanzielle Reformen müssen jetzt die Weichen für nachhaltiges Wachstum gestellt werden.“
Erwartungen etwas besser – Risiken bleiben hoch
21 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 64 Prozent als befriedigend. Auch die Erwartungen haben sich leicht verbessert: 23 Prozent rechnen mit einer besseren Entwicklung, 21 Prozent mit einer Verschlechterung.
IHK-Regionalgeschäftsführerin Annalena Richter verweist auf die Stärken des Standorts: „Die breite, mittelständisch geprägte Wirtschaftsstruktur wirkt stabilisierend. Ohne eine echte Wirtschaftswende wird aber auch dieses Fundament auf Dauer brüchig.“
Industrie und Bau mit leichtem Aufwärtstrend
In fast allen Branchen zeigt sich eine vorsichtige Erholung. Über der Wachstumsschwelle liegen unter anderem die unternehmensbezogenen Dienstleistungen, das Baugewerbe, das Transportgewerbe sowie die Industrie. Der Einzelhandel bleibt mit 96 Punkten weiterhin unter der neutralen Marke.
Kommunen als Schlüssel für Wachstum
Trotz besserer Stimmung belasten hohe Arbeitskosten, schwache Inlandsnachfrage und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen die Investitions- und Beschäftigungspläne. „Wirtschaftspolitik entsteht nicht nur in Berlin oder München, sondern ganz konkret vor Ort“, so Thoma-Böck. Die IHK-Regionalversammlung hat deshalb Positionen und Handlungsfelder für die Kommunalwahl 2026 formuliert – von moderner Verwaltung über Fachkräftesicherung bis hin zu starken Innenstädten.
Andrea Thoma-Böcks Fazit: „Kommunalpolitik und Wirtschaft müssen Partner sein. Nur gemeinsam lassen sich neue Wachstumsimpulse für die Region setzen.“