Nürnberg/Kempten/Memmingen (dl/as). Im Bezirk der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen zeigt sich im März eine leichte Entspannung: Die Arbeitslosigkeit sinkt auf 3,1 Prozent, während sich der Frühjahrsaufschwung positiv bemerkbar macht – trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Die Zahl der Arbeitslosen ist im März deutlich zurückgegangen. Insgesamt waren 12.702 Menschen arbeitslos gemeldet – rund 520 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank damit um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent und liegt erstmals seit Juli 2022 wieder unter dem Vorjahresniveau.
Für Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit, ist das ein klares Zeichen: Der Frühjahrsaufschwung habe eingesetzt, insbesondere in Branchen mit saisonalen Effekten wie Bau, Handwerk und Tourismus.
Licht und Schatten auf dem Arbeitsmarkt
Während in einigen Bereichen wieder mehr Personal eingestellt wird, bleibt die Lage in anderen Branchen angespannt. Vor allem das verarbeitende Gewerbe steht weiterhin unter Druck und verzeichnet Stellenabbau – auch in der Region.
Gleichzeitig wächst die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung leicht weiter, vor allem in:
- Gesundheitswesen sowie Pflege und Sozialarbeit
- Öffentlicher Verwaltung
- Verkehr und Logistik
Beschäftigung wächst nur moderat
Zum Stichtag 30. September 2025 waren rund 296.300 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – ein Plus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Auffällig dabei:
- Zuwächse vor allem bei Teilzeitbeschäftigten
- steigende Beschäftigung bei Menschen über 55 Jahren
- Rückgang bei unter 25-Jährigen
Unterschiedliche Entwicklungen je nach Personengruppe
Im Vergleich zum Vormonat ging die Arbeitslosigkeit in allen Gruppen zurück. Im Jahresvergleich zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild:
- Leichter Anstieg bei jungen Menschen unter 25 Jahren
- Rückgang bei den 25- bis unter 50-Jährigen sowie bei Älteren
- Deutlicher Rückgang bei Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit
Bewegung am Arbeitsmarkt bleibt hoch
Im März meldeten sich rund 3.600 Menschen neu arbeitslos, während gleichzeitig über 4.100 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Rund 1.670 von ihnen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf.
Weiterbildung gewinnt an Bedeutung
Angesichts der wirtschaftlichen Veränderungen betont die Arbeitsagentur die wachsende Bedeutung von Qualifizierung. Flexibilität bei Arbeitszeiten, Tätigkeiten und Einsatzorten werde für Arbeitssuchende immer wichtiger.
„Lebenslanges Lernen ist unabdingbar geworden“, so Holas. Weiterbildung könne helfen, Fachkräftebedarfe zu decken und den Arbeitsmarkt auszugleichen.
Ausblick: Stabilisierung mit Risiken
Der Frühjahrsaufschwung sorgt derzeit für eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt in der Region. Gleichzeitig bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd – insbesondere für die Industrie.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie stabil sich die positive Entwicklung fortsetzt.