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Dreimal schneller als ein Rettungswagen

Elektrisch betriebene Fluggeräte für medizinische Transporte

veröffentlicht am 08.07.2024
ERC eVTOL 3

Das innovative eVTOL soll Versorgungslücken im Gesundheitswesen schließen, als Ergänzung zu Helikoptern und Rettungswägen. Foto: ERC

Ottobrunn (dl). Erstmals wurde der Öffentlichkeit der Prototyp für ein rein elektrisch betriebenes Fluggerät für den Patienten- und Verletztentransport vorgestellt. Dieses Pilotprojekt wird unter anderem in Kooperation mit der GesundheitsregionPlus Unterallgäu-Memmingen weiterentwickelt und könnte nicht nur in Deutschland große Versorgungslücken schließen.

Die von der ERC System GmbH (ERC) entwickelten medizinischen eVTOLs (electric Vertical Take-off and Landing Aircraft) sollen sowohl den Transport von Patienten zwischen verschiedenen Kliniken als auch die Erstversorgung von Verletzten ermöglichen. Sie sind dabei dreimal schneller als ein Rettungswagen und dreimal günstiger als ein Helikopter, erklärte ERC-Geschäftsführer Dr. David Löbl. Mit einem Kabinenvolumen, das auch die notärztliche Patientenversorgung während des Flugs ermöglicht, einer möglichen Ladekapazität von 450 Kilogramm und einer Reichweite von rund 190 Kilometern soll das eVTOL als Ergänzung bestehender Transportkapazitäten mit Helikoptern dienen.

Im Notfall keine Zeit verlieren

Damit soll die bestehende weltweite Versorgungslücke beim Patiententransport verringert werden. Denn jährlich benötigen rund 82 Millionen akut Erkrankte und Verletzte in Europa und den USA unmittelbaren und schnellen medizinische Transport. Davon können jedoch nur rund 1,5 Millionen Patienten pro Jahr auf die derzeit schnellste Art und Weise mit dem Helikopter transportiert werden. „Der Faktor Zeit spielt bei der qualitativen Versorgung von Notfallpatienten eine überragende Rolle. Bereits kurze Zeitspannen können im Ernstfall über Leben und Tod von schwer verletzten Patienten entscheiden“, betonte Prof. Dr. Peter Biberthaler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar/TU München, das ERC dabei unterstützt, die medizinischen eVTOLs nach den aktuellsten medizinischen Erkenntnissen zu entwickeln.

Markteinführung in fünf Jahren

Um den Einsatz ihrer Fluggeräte praxisnah zu testen, hat ERC bereits Absichtserklärungen mit der GesundheitsregionPlus Unterallgäu-Memmingen sowie mit der DRF Luftrettung unterzeichnet (wir berichteten) - und damit die Markteinführung in sehr frühem Stadium abgesichert. Diese ist für 2029 vorgesehen. Ein flugfähiger Demonstrator des eVTOLs ist für Ende 2024 geplant.