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Ein Jahr an der Spitze

Daniel Gastl und der neue Kurs der Sparkasse Schwaben-Bodensee

veröffentlicht am 11.01.2026
Daniel Gastl

Daniel Gastl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwaben-Bodensee. Foto: Daniel Biskup

Memmingen (as). Vor gut einem Jahr hat Daniel Gastl einen der sichtbarsten Führungswechsel in der regionalen Finanzwelt vollzogen: Seit dem 1. Dezember 2024 ist der 45-Jährige Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwaben-Bodensee – und damit Chef von rund 1.400 Mitarbeitenden an vier Standorten.

Sein erstes Jahr war geprägt von Begegnungen, Veränderungen und einem historischen Schritt: der technischen Fusion, dem letzten Meilenstein des Zusammenschlusses der Sparkassen Schwaben-Bodensee und Günzburg-Krumbach Mitte November 2024, nachdem die Sparkasse Memmingen-Lindau-Memmingen am 1. Januar 2022 bereits mit der Kreissparkasse Augsburg fusioniert hatte.

Heute zieht Gastl ein persönliches und strategisches Resümee – und spricht über Verantwortung, Wandel und die Zukunft der Sparkasse.

Ein intensiver Start in eine neue Dimension

Daniel Gastl wurde 1979 in Dillingen an der Donau geboren und hat eine breit gefächerte Karriere im Kreditwesen durchlaufen – von der Genossenschaftsbank über die Commerzbank bis zur Wirtschaftsprüfung. Zuletzt leitete er die Sparkasse Günzburg-Krumbach, bevor er den Vorsitz der fusionierten Institute übernahm.

Mit der neuen Aufgabe veränderte sich seine Arbeitswelt schlagartig: Statt 300 Mitarbeitenden führt er nun mehr als 1.400 Kolleginnen und Kollegen, pendelt zwischen Augsburg, Memmingen, Günzburg und Lindau und koordiniert vier große Bürostandorte. „Meine Arbeitsroutine hat sich komplett geändert“, sagt er offen. „Aber ich habe ein Jahr voller schöner Begegnungen erlebt – mit Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden und neuen Kolleginnen und Kollegen im Vorstand.“

Vertrauen, Teamgeist, Zusammenwachsen

Das erste Jahr stand für Gastl ganz im Zeichen der Integration. Dazu gehörte für ihn vor allem, Menschen persönlich kennenzulernen – von den Führungskräften bis zu vielen Firmen- und Großkunden. Parallel arbeitete er mit dem Vorstand und dem Personalrat daran, die ehemals eigenständigen Sparkassen zu einem gemeinsamen Team zu formen.

Die Resonanz hat ihn positiv überrascht: „Wenn große, eigenständige Häuser fusionieren, rechnet man eigentlich mit Reibungen. Doch die Zustimmung in der Belegschaft war enorm. Der Sinn der Fusion war einfach klar: Es ging nicht um Personalabbau, sondern darum, Aufgaben durch Spezialisierung auf vier Standorte auf mehr Schultern zu verteilen.“ Mehr Sicherheit, mehr Entlastung, mehr Freiräume – für Gastl ein zentrales Motiv.

Eine Führungskräftetagung Ende des Jahres habe bestätigt, dass alle „an einem Strang ziehen“.

2025: Erfolge trotz Übergangszeit

Trotz der intensiven Fusionsprozesse blickt Gastl auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Das Beratungsgeschäft – von Altersvorsorge über Aktienanlage bis hin zu Eigenheimfinanzierung und Absicherung von Lebensrisiken – sei weiter gewachsen. Auch im Firmenkundensegment konnte die Sparkasse ihren Auftrag erfüllen, die regionale Wirtschaft mit Krediten und passenden Finanzprodukten zu versorgen.

Dabei blieb man im 2025 noch mitten im Transformationsprozess. „Umso erfreulicher ist es, dass die Zahl der abgeschlossenen Produkte im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist“, sagt Gastl.

Herausforderungen: Zurück zum Kunden – raus aus dem Fusionsmodus

Der Blick nach vorn ist klar: 2026 soll die Kundenzufriedenheit sichtbarer gesteigert werden. Drei Jahre lang lag der Fokus auf internen Strukturen und Prozessen. Jetzt will die Sparkasse wieder stärker ins persönliche Gespräch gehen – bei Beratungsevents, Wirtschaftsgesprächen, Informationsabenden zu Themen wie Onlinebetrug oder bei Gesprächen für Menschen in neuen Lebenssituationen wie etwa der Familiengründung.

In Memmingen gut verankert

Obwohl Gastl weiterhin in Günzburg wohnt, sei er in Memmingen „gut angekommen“, wie er sagt. Er besucht regelmäßig regionale Veranstaltungen – vom Fischertag über das Stadtfest bis zu Theaterpremieren und nahm an Jubiläumsfesten rund um 500 Jahre Freiheitsrechte teil. „Memmingen ist eine sehr lebens- und liebenswerte Stadt.“

Führung mit Bodenhaftung

Gastl gilt als menschlich und integer – eine Einschätzung, die er selbst mit Bescheidenheit kommentiert. „Natürlich braucht es Hierarchien“, sagt er. „Aber wer oben sitzt, darf nicht die Nase an der Decke haben.“ Er betont, wie wichtig es ihm ist, Bodenhaftung zu bewahren, die Leistung der Mitarbeitenden anzuerkennen und echte Wertschätzung zu zeigen. „Wir sind nur so gut wie jeder einzelne. Jede Aufgabe ist wichtig für den Gesamterfolg.“

Auch persönlich wählt er einen reflektierten Führungsstil: Werte wie Bescheidenheit und Demut, kritisches Hinterfragen und ehrliches Feedback seien für ihn zentrale Bausteine, um Verantwortung zu tragen.

Der Blick nach vorn: Sicherheit, Stabilität, Zusammenhalt

Die Weltlage – von Kriegen über geopolitische Spannungen bis zu wirtschaftlicher Unsicherheit – fordert auch ein starkes regionales Finanzinstitut. Für 2026 hat Gastl deshalb zwei große Wünsche: Mehr Kundenzufriedenheit sowie ein sicheres und stabiles Arbeitsumfeld für seine Mitarbeitenden.

„Die Menschen brauchen Stabilität – sowohl unsere Kunden als auch unsere Mitarbeitenden. Wir haben in den letzten Jahren dafür die Grundlagen geschaffen. Jetzt geht es darum, diesen Weg konsequent fortzusetzen.“