Nürnberg/Kempten/Memmingen (dl/as). Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen zeigt im April 2026 nur eine leichte Entspannung. Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen, die übliche Frühjahrsbelebung fällt jedoch deutlich schwächer aus als erwartet.
Insgesamt waren im April 12.564 Menschen arbeitslos gemeldet – das sind 138 Personen weniger als im März. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl jedoch um 207 Personen höher. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 3,1 Prozent und entspricht damit sowohl dem Vormonat als auch dem April 2025.
Saisonaler Aufschwung bleibt aus
Nach Einschätzung von Agenturleiterin Maria Amtmann ist der im März noch erkennbare saisonale Aufschwung im April nahezu zum Stillstand gekommen. Üblicherweise sorgt die Wiederaufnahme der Tätigkeit in Außenberufen sowie der Start der Tourismussaison für deutlich sinkende Arbeitslosenzahlen – dieser Effekt blieb diesmal weitgehend aus.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr hat sich deutlich abgeschwächt. Im bayern- und deutschlandweiten Vergleich gehört die Region weiterhin zu den Gebieten mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten.
Mehr Stellenangebote als im Vorjahr
Ein positives Signal kommt von den Unternehmen: Sie melden aktuell mehr offene Stellen als noch vor einem Jahr. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Belastungsfaktoren wie die anhaltende Schwäche in Teilen der Industrie, steigende Energiepreise und eine zurückhaltende Konsumstimmung wirken sich auch auf die Betriebe im Allgäu aus.
Stabiler Ausbildungsmarkt mit guten Chancen
Deutlich robuster zeigt sich der Ausbildungsmarkt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liegt auf dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig interessieren sich wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung und melden sich bei der Berufsberatung.
Vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und demografischem Wandel bleiben Unternehmen weiterhin sehr ausbildungsbereit. Für Jugendliche ergeben sich dadurch gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
Um insbesondere Schülerinnen und Schüler mit erhöhtem Unterstützungsbedarf zu erreichen, organisiert die Berufsberatung gemeinsam mit Betrieben und Berufsschulen sogenannte Ausbildungs-Speed-Datings. Diese richten sich gezielt an junge Menschen aus Berufsvorbereitungs- und Integrationsklassen und sollen den Einstieg in eine Ausbildung erleichtern.