Der Blackout-Flyer enthält viele Informationen sowie eine Übersicht aller Leuchttürme im Unterallgäu. Repro: Die Lokale
Unterallgäu (dl/as). Stromausfall, Naturereignisse oder andere Krisen: Das Unterallgäu ist auf den Ernstfall vorbereitet. Ein eng abgestimmtes Netzwerk aus Behörden, Einsatzkräften und Gemeinden sorgt dafür, dass Hilfe schnell greift. Bei einem Blackout stehen den Bürgerinnen und Bürgern feste Anlaufstellen in den Gemeinden zur Verfügung.
Wie gut ist das Unterallgäu auf größere Krisenlagen vorbereitet? Diese Frage stellte CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek nach dem jüngsten Stromausfall in Berlin an Landrat Alex Eder. Die Antwort des Landrats macht deutlich: Für Szenarien wie einen Blackout oder andere außergewöhnliche Notlagen gibt es im Landkreis umfassende Vorsorgekonzepte.
Klare Abläufe, enge Zusammenarbeit
Im Ernstfall arbeiten Landratsamt, Gemeinden, Feuerwehren, Polizei und Hilfsorganisationen eng zusammen. Die Maßnahmen greifen dabei wie Zahnräder ineinander – mit dem Ziel, Bevölkerung und Infrastruktur bestmöglich zu schützen.
Zentrale Rolle spielt der Krisenstab am Landratsamt, der jederzeit alarmiert werden kann – seit rund einem Jahr auch per App. Die sogenannte Führungsgruppe Katastrophenschutz verfügt über einen detaillierten Alarmplan, mit dem alle relevanten Kräfte schnell mobilisiert werden. „Die Führungsgruppe arbeitet kontinuierlich an verschiedenen Katastrophenschutzplänen und passt diese laufend an neue Risiken an“, betont Landrat Alex Eder.
Vorbereitung durch Übung und Ausstattung
Damit im Ernstfall alles reibungslos funktioniert, finden regelmäßig Übungen statt – sowohl intern im Landratsamt als auch gemeinsam mit Feuerwehren, Polizei und Hilfsorganisationen. Die notwendige Ausrüstung für den Katastrophenfall wird in einem zentral gelegenen Katastrophenschutzlager vorgehalten, das im Jahr 2022 deutlich erweitert wurde.
Auch die technische Einsatzfähigkeit ist gesichert: Das Hauptgebäude des Landratsamts kann bei einem Stromausfall über Notstromaggregate versorgt werden. Ausreichende Treibstoffvorräte stellen sicher, dass der Betrieb auch über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden kann.
Hilfe vor Ort: Leuchttürme in den Gemeinden
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vorbereitung der Städte und Gemeinden. Das Katastrophenschutz-Team des Landratsamts berät sie unter anderem bei der Einrichtung von Krisenstäben, der Beschaffung von Einsatzmitteln und beim Aufbau sogenannter Leuchttürme.
Diese Leuchttürme sind feste Anlaufstellen für die Bevölkerung bei einem länger andauernden Stromausfall – insbesondere dann, wenn Telefon- und Mobilfunknetze nicht mehr funktionieren. Dort erhalten Bürgerinnen und Bürger wichtige Informationen und Hilfe in Notfällen. Inzwischen wurden dutzende solcher Leuchttürme im gesamten Landkreis eingerichtet.
„Ein zentrales Ziel ist es, die Gemeinden auf Situationen vorzubereiten, in denen keine Kommunikation mit dem Landratsamt möglich ist“, erklärt Eder. In diesem Fall übernehmen die Kommunen vor Ort selbst die Rolle der Katastrophenschutzbehörde.
Auch Eigenvorsorge ist wichtig
Ergänzend zur behördlichen Vorsorge setzt der Landkreis auf Information der Bevölkerung. Ein Blackout-Flyer, der über die Gemeinden verteilt wurde, gibt praktische Tipps zur persönlichen Vorbereitung. Empfohlen wird unter anderem, Trinkwasser und Lebensmittel für mehrere Tage vorrätig zu halten, um kurzfristig selbstständig handeln zu können.
Weitere Informationen – darunter der Blackout-Flyer sowie eine Übersicht aller Leuchttürme im Unterallgäu – findet man online unter
www.unterallgaeu.de/katastrophenschutz