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„Ich gehe immer zufrieden nach Hause“

Auszubildende berichten vom Pflegealltag am Klinikum Memmingen

veröffentlicht am 10.04.2026
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Der Auszubildende Luca wechselt auf der geriatrischen Station bei einem älteren Patienten eine Infusion. Foto: Eva Maria Häfele/Pressestelle Klinikum Memmingen

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Auszubildende Hannah ist derzeit auf der Kinderintensivstation im Einsatz, wo sie sich um die kleinen Patienten kümmert (für das Foto wurde eine Puppe verwendet). Foto: Eva Maria Häfele/Pressestelle Klinikum Memmingen

Memmingen (dl). Wie sieht der Alltag in der Pflege wirklich aus? Zwei Auszubildende am Klinikum Memmingen geben persönliche Einblicke in ihre Ausbildung – zwischen hoher Verantwortung, emotionalen Herausforderungen und dem guten Gefühl, täglich etwas Sinnvolles zu tun.

Menschen kompetent begleiten und betreuen, Verantwortung übernehmen und jeden Tag Spannendes erleben: Die Pflege ist ein modernes Berufsbild, das Empathie mit medizinischem Wissen vereint und eine hohe Arbeitsplatzsicherheit bietet.

„Die Arbeit auf Station ist spannend und vielfältig und es ist ein schönes Gefühl, Menschen helfen zu können, die sich in einer schwierigen Lage befinden,“ erzählt die 17-jährige Hannah, die sich im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Pflegefachfrau am Klinikum Memmingen befindet. Derzeit absolviert sie einen praktischen Teil ihrer Ausbildung auf der Kinderintensivstation im Klinikum Memmingen: „Man muss bei der Arbeit sehr konzentriert sein. Wenn man einen Fehler macht, hat das Folgen. Das lässt sich nicht einfach weglöschen wie beispielsweise ein Text am Computer“, sagt Hannah, die sich der großen Verantwortung in der Pflege bewusst ist.

Auf Station erlebt die 17-Jährige zum Teil schwere Schicksale: „Hier ist unser Mitgefühl gefragt. Allerdings muss man aufpassen, dass man die tragischen Dinge nicht zu sehr an sich ranlässt.“

Dennoch überwiegen bei Hannah die positiven Seiten des Berufs: „Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich die kleinen Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt mit ihren Eltern glücklich nach Hause gehen sehe.“

In der Berufsfachschule für Pflege des Klinikums Memmingen werden derzeit 114 junge Menschen zur Pflegefachperson ausgebildet. Darunter ist neben Hannah auch der 20-jährige Luca. Er ist aktuell auf einer geriatrischen Station des Klinikums im Einsatz, wo er an die betagten Patienten Medikamente verteilt, Infusionen anlegt und die Erkrankten beim Essen oder der Körperpflege unterstützt.

„Es ist schön, den Patienten etwas Gutes zu tun“, sagt Luca. „Ich mag den sozialen Umgang und auch das Team ist super hier.“ Nur fehle ihm ein bisschen die „Action“, wie er es nennt. Deswegen möchte er nach seinem Examen gerne auf einer der Intensivstationen im Klinikum oder in der Notaufnahme arbeiten: „Ich kann gut mit Stress umgehen. Mich spornt das richtig an.“

Die Schichtarbeit im Krankenhaus macht Luca nichts aus: „Ich kenne es von zu Hause nicht anders. Meine Mutter hat auch in der Pflege gearbeitet und mein Vater schichtet in der Industrie.“

Hannah dagegen findet es noch ungewohnt, wenn sich ihre Freunde am Wochenende treffen und sie nicht dabei sein kann, weil sie arbeiten muss. Dennoch würde sie sich wieder für die Pflege entscheiden, betont sie. Und auch Luca ist sich sicher, dass dieser Job der Richtige für ihn ist: „Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht zufrieden nach Hause gehe.“

INFOKASTEN:

  • Die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachperson ist eine generalistische Ausbildung, die die bisherigen Berufe der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammenfasst.
  • Das Klinikum Memmingen bietet auch den Schwerpunkt „Kinderkrankenpflege" an. Dabei besteht die Möglichkeit, den praktischen Teil der Ausbildung schwerpunktmäßig in der Kinderkrankenpflege zu absolvieren.
  • Ausbildungsstart ist im September.
  • Die Ausbildung umfasst rund 2.100 Unterrichtsstunden und 2.500 Stunden praktische Ausbildung in Blockphasen von zwei bis fünf Wochen.
  • Die praktischen Einsätze finden unter anderem in der Kinder- und Frauenheilkunde, der Chirurgie, der Neurologie, der Inneren Medizin, der Psychiatrie, im Altenheim und der ambulanten Krankenpflege statt.
  • Ausbildungsvoraussetzung: Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss zusammen mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung.