Unterallgäu (dl/as). Damit das 332 Kilometer lange Kreisstraßennetz im Unterallgäu leistungsfähig und sicher bleibt, investiert der Landkreis auch 2026 wieder kräftig in Ausbau und Erhalt. Welche Maßnahmen in diesem und in den kommenden Jahren geplant sind, stellte Walter Pleiner, Sachgebietsleiter im Tiefbauamt des Landratsamts, in einer gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Bauausschuss vor.
In der Regel werden Straßenbaumaßnahmen über mehrere Jahre hinweg finanziert. Für das laufende Jahr sieht das Investitionsprogramm des Tiefbauamts Ausgaben in Höhe von insgesamt 3,99 Millionen Euro vor. Davon bringt der Landkreis 1,42 Millionen Euro aus eigenen Mitteln auf; der übrige Betrag stammt aus Fördergeldern oder wird von den beteiligten Gemeinden getragen.
Ein großes Projekt konnte bereits weitgehend abgeschlossen werden: Der Ausbau der Kreisstraße MN 2 zwischen Rammingen und Türkheim ist abgeschlossen, die Strecke ist derzeit befahrbar. Im Frühjahr stehen noch Restarbeiten an. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,99 Millionen Euro.
In diesem Jahr wird außerdem die Kreisstraße MN 32 zwischen Günz und dem Kreisverkehr an der Kreuzung MN 32/MN 13 auf einer Länge von rund einem Kilometer ausgebaut. Dafür sind Gesamtkosten von etwa 1,25 Millionen Euro eingeplant. Auf der Kreisstraße MN 16 zwischen Hawangen und Ungerhausen wird auf 3,2 Kilometern der Oberbau verstärkt; die Kosten hierfür liegen bei rund 2,4 Millionen Euro.
Ebenfalls vorgesehen ist der Ausbau der Kreisstraße MN 4 zwischen Dirlewang und Altensteig. Auf einer Strecke von 1,3 Kilometern wird nicht nur die Straße erneuert, sondern auch die Brücke über den Hungerbach neu gebaut. Die Gesamtkosten werden auf etwa 1,6 Millionen Euro geschätzt.
Beseitigung von Bahnübergängen
Darüber hinaus stellt der Landkreis Mittel für die Planung zur Beseitigung von Bahnübergängen bereit: westlich von Wolfertschwenden an den Kreisstraßen MN 22/MN 35 sowie in Bad Grönenbach-Thal an der MN 19. Hierfür sind Planungskosten von 110.000 beziehungsweise 80.000 Euro vorgesehen. Beide Übergänge sollen in den kommenden Jahren durch Unterführungen mit Rad- und Gehwegen ersetzt werden, da die Illertalbahn zwischen Kempten und Ulm ausgebaut und elektrifiziert werden soll.
Autobahnanschlussstelle Memmingen-Ost
Auch an Untersuchungen zur möglichen Änderung der Autobahnanschlussstelle Memmingen-Ost beteiligt sich der Landkreis. Geprüft wird, ob eine zusätzliche Anschlussstelle zwischen Memmingen und Holzgünz sinnvoll ist oder ob die bestehende Anschlussstelle umgebaut werden sollte. Für diese Untersuchungen sind 40.000 Euro eingeplant.
Geplant ist zudem der weitere Ausbau der Ortsdurchfahrt von Wolfertschwenden (Kreisstraße MN 18). Nach dem nördlichen Abschnitt soll nun der südliche Teil mit einer Länge von rund 400 Metern folgen. Im Zuge der Maßnahme will die Gemeinde auch Kanäle und Leitungen erneuern. Die Gesamtkosten liegen bei rund 900.000 Euro, für das laufende Jahr sind zunächst Planungskosten in Höhe von 50.000 Euro vorgesehen. Die Umsetzung ist für 2027 geplant.
Ausblick auf 2027
Für das Jahr 2027 sieht das Investitionsprogramm außerdem den Ausbau der Kreisstraße MN 32 zwischen Inneberg und Frickenhausen sowie der Kreisstraße MN 19 in Bad Grönenbach vor. Zudem soll der Oberbau der MN 21 zwischen Legau und der Abzweigung nach Au verstärkt werden.
Sowohl der Kreisausschuss als auch der Bauausschuss begrüßten das vorgestellte Investitionsprogramm und stimmten den Plänen der Kreisverwaltung einstimmig zu.