Der erste elektrische Suzuki: Der Suzuki e VITARA eAxle ALLGRIP-e Comfort+ (61kWh-Batterie): Energieverbrauch kombiniert: 16,6 kWh/100km; CO₂-Emissionen kombiniert: 0g/km; CO₂-Klasse: A. Foto: Suzuki Deutschland GmbH, Bensheim
Michael Schönleber leitet gemeinsam mit seiner Frau Laura das Auto-Center Verderame. Foto: Autohaus Verderame
Memmingen (as). Mit dem Elektroauto in den Urlaub fahren – für viele ist das noch ungewohnt. Doch immer mehr Autofahrer wagen inzwischen auch längere Strecken elektrisch. Wie gut das Laden unterwegs funktioniert und worauf man achten sollte, erklären Tobias Sirch vom Autohaus SIRCH und Michael Schönleber vom Auto-Center Verderame in Memmingen.
Laden in Europa wird immer einfacher. Nach Einschätzung von Tobias Sirch hat sich das Ladenetz in den vergangenen Jahren stark entwickelt. „Wir haben Kunden, die schon vor über zehn Jahren mit ihrem Elektroauto in den Urlaub gefahren sind“, berichtet er. Mit modernen Fahrzeugen, die realistische Reichweiten von über 300 Kilometern erreichen, werde die Urlaubsfahrt immer selbstverständlicher.
Europa verfüge inzwischen über ein weitgehend flächendeckendes Ladenetz. Besonders gut ausgebaut seien Österreich und Norditalien. In Süditalien oder Teilen Südosteuropas sei die Infrastruktur noch etwas dünner, weshalb eine vorherige Routenplanung sinnvoll sei.
Auch Michael Schönleber bestätigt diese Entwicklung. Vor allem entlang von Autobahnen und in größeren Städten gebe es heute zahlreiche Ladepunkte. In den nordischen Ländern sei die Infrastruktur zwar besonders dicht, doch auch im Süden habe sich viel getan. Zudem hätten viele Hotels und Campingplätze inzwischen eigene Lademöglichkeiten.
Apps helfen bei der Planung
Bei längeren Fahrten spielen Lade-Apps und Ladekarten eine wichtige Rolle. Tobias Sirch empfiehlt Karten mit möglichst großer Netzabdeckung in Europa, die Zugriff auf Hunderttausende Ladepunkte ermöglichen.
Michael Schönleber rät zusätzlich, beim eigenen Stromanbieter nachzufragen. Viele Energieversorger bieten mittlerweile eigene Lade-Apps oder Karten an. Auch Automobilclubs oder Fahrzeughersteller stellen entsprechende Lösungen bereit. Ein Gespräch im Autohaus könne helfen, die passende Lösung zu finden.
Pausen gehören dazu
Ganz ohne Pause geht es auf langen Strecken auch beim Elektroauto nicht. Laut Tobias Sirch lassen sich viele Fahrzeuge an Schnellladesäulen innerhalb von etwa 30 Minuten auf rund 80 Prozent aufladen. Wer seine Route plant und etwas Zeit einrechnet, könne jedoch ganz entspannt reisen.
Für Schönleber ist die Ladepause sogar ein Vorteil: „Man fährt automatisch etwas entschleunigter.“ Ob ein Espresso an der Raststätte oder ein kurzer Blick auf die Alpen – manchmal werde genau diese Pause zum schönsten Teil der Reise.
Reichweite und ein einfacher Tipp
Die tatsächliche Reichweite hängt stark vom Fahrstil ab. Tobias Sirch berichtet aus eigener Erfahrung von etwa 400 bis 500 Kilometern auf der Autobahn bei moderater Fahrweise. Geschwindigkeit, Beladung oder Klimaanlage beeinflussen den Verbrauch ähnlich wie beim Verbrenner.
Sein Tipp für Einsteiger: nicht bis zur letzten Reserve fahren, sondern bereits bei etwa 100 Kilometern Restreichweite einen Ladestopp einplanen.
Für Michael Schönleber steht vor allem eines im Vordergrund: „Genießen Sie die Fahrt.“ Die kurzen Pausen unterwegs könnten schnell Teil des Urlaubserlebnisses werden – und sorgen dafür, dass man entspannt am Ziel ankommt.