Memmingen (dl/as). Im Landkreis Unterallgäu hat sich eine Person aus dem Raum Bad Wörishofen mit dem seltenen Borna Disease Virus 1 infiziert und ist an den Folgen der Erkrankung gestorben. Das teilte das Gesundheitsamt am Landratsamt Unterallgäu mit.
Infektionen mit dem Borna-Virus sind äußerst selten, verlaufen jedoch in der Regel schwer. In Deutschland werden jährlich etwa zwei bis sieben Fälle registriert, der Großteil davon in Bayern.
Das Gesundheitsamt arbeitet derzeit gemeinsam mit dem Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit an der Klärung des genauen Infektionswegs. Bislang ist nicht bekannt, wann und wo sich die betroffene Person angesteckt hat.
Übertragung durch Feldspitzmäuse
Als Hauptüberträger gilt die Feldspitzmaus. Eine Ansteckung kann durch den Kontakt mit den Tieren oder deren Ausscheidungen wie Kot, Urin oder Speichel erfolgen.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach aktuellem Kenntnisstand ausgeschlossen. Auch eine Ansteckung über andere Tiere wie Pferde oder Schafe gilt als sehr unwahrscheinlich.
Symptome entwickeln sich schnell
Zu Beginn zeigen Erkrankte meist unspezifische Symptome wie Fieber oder Kopfschmerzen. Innerhalb weniger Tage kann es zu Störungen des Nervensystems kommen, etwa durch Sprach- oder Gangprobleme. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine Gehirnentzündung, die häufig tödlich endet.
So können Sie sich schützen
Das Gesundheitsamt und das LGL empfehlen, direkten Kontakt mit Feldspitzmäusen und deren Ausscheidungen konsequent zu vermeiden. Besonders vorsichtig sollte man bei staubaufwirbelnden Arbeiten in Schuppen, Kellern oder anderen Bereichen sein, in denen sich die Tiere aufhalten könnten.
Beim Umgang mit toten Tieren oder potenziell kontaminierten Flächen sollten Einweghandschuhe, eine FFP2- oder FFP3-Maske sowie gegebenenfalls eine Schutzbrille getragen werden. Anschließend wird empfohlen, zu duschen und die Kleidung zu waschen.
Wird eine tote Spitzmaus gefunden, sollte sie zunächst mit Haushaltsreiniger besprüht werden, um Staubbildung zu vermeiden. Danach kann das Tier in einer verschlossenen Plastiktüte über den Hausmüll entsorgt werden.
Hinweise für den Alltag
Wer Spitzmäuse im Umfeld bemerkt, sollte mögliche Nahrungsquellen beseitigen. Dazu zählen offen zugängliches Tierfutter im Außenbereich ebenso wie Kompost oder andere Abfälle, die Insekten anziehen.
Feldspitzmäuse sind scheue, nachtaktive Tiere und begegnen Menschen nur selten. Sie unterscheiden sich von anderen Spitzmäusen unter anderem durch ihre zweifarbige Fellzeichnung und ihr spitzes Gesicht.
Weitere Informationen - auch eine Anleitung zur Entsorgung toter Spitzmäuse - sind unter www.unterallgaeu.de/bornavirus oder beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zu finden unter www.lgl.bayern.de/bornavirus
Fragen von Bürgern und Bürgerinnen beantwortet das LGL per E-Mail an servicestelle@lgl.bayern.de