Bei der Amtseinführung am 21. März 2023: Dritter Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger, Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh. Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen
Memmingen (dl). Zu den Lieblingsterminen von Oberbürgermeister Jan Rothenbacher zählen Schulklassenbesuche im Rathaus. Der Oberbürgermeister nimmt sich Zeit für die jungen Memmingerinnen und Memminger und beantwortet ihre Fragen – offen, ehrlich und manchmal auch mit einem Augenzwinkern.
Am 21. März 2023 trat Jan Rothenbacher das Amt des Memminger Oberbürgermeisters an. Vieles hat sich seither getan. OB Rothenbacher hat die generalsanierte Edith-Stein-Schule eröffnet, den Grundstein für den Klinikumsneubau gelegt und den Neubau für das Feuerwehrhaus in Eisenburg gestartet. Er hat den Freiheitspreis an Christian Streich verliehen und den Bundespräsidenten zur Eröffnung des Gedenkjahrs „500 Jahre Zwölf Artikel“ empfangen.
Hier ein Auszug aus den Fragen der Schüler:
Warum wolltest du gerne Oberbürgermeister werden?
Weil man als Oberbürgermeister viel gestalten kann. Zum Beispiel wie es mit Spielplätzen, Straßen oder der Ausstattung an den Schulen läuft. Da bringe ich mich gerne ein, und das kann ich auch gut. Jeder kann ja andere Sachen gut und leistet seinen Beitrag, damit es uns allen gut geht. Ich habe nach der Schule Verwaltung studiert und dann in einem Bereich gearbeitet, wo wir Verwaltungen neu aufgestellt haben, damit sie effektiver arbeiten können. Ich kann Verwaltung gut und das bringe ich ein, damit wir alle in Memmingen besser leben können.
Ist die Amtskette aus echtem Gold?
Die Kettenglieder sind vergoldet, die Medaille ist ganz aus Gold. Wirklich wertvoll ist die Amtskette aber wegen ihrem Alter, sie ist etwa 150 Jahre alt und weil sie so einen hohen Symbolwert hat. Die Amtskette ist Symbol für die Würde des Oberbürgermeisteramts. Also nicht für meine Würde, sondern für die meines Amtes.
Wie viel verdienst du?
Als Oberbürgermeister bin ich Wahlbeamter. Ich werde nach Beamtenbesoldung bezahlt, das hängt dann immer davon ab, wie groß die Stadt ist und ob sie kreisfrei ist oder nicht. In meinem Fall ist es die Besoldung B6, das sind ungefähr 130.000 Euro im Jahr. Dazu kommen noch weitere Einkünfte aus Pflichtaufgaben wie z.B. dem Verwaltungsrat der Sparkasse, aber auch Familienzuschläge, weil ich drei Kinder habe. Insgesamt komme ich damit auf etwa 180.000 Euro im Jahr und darauf zahle ich dann selbstverständlich noch die Steuern.
Wohnst Du in einem Schloss?
Nein, ich wohne in einem ganz normalen Haus.
Wie ist es Entscheidungen zu treffen?
Manchmal ist es anstrengend, häufig ist es gut, weil man damit immer einen Schritt vorankommt. Ich glaube, Entscheidungen treffen muss man mögen. Seit ich Oberbürgermeister bin, habe ich schon ganz viele Entscheidungen getroffen, da sind sicher auch falsche dabei gewesen, das ist ganz normal. Das kann einem Stress bereiten oder auch nicht. Ich komme damit ganz gut zurecht.
Wie viele Termine hast Du am Tag?
Ich bin normalerweise von 9 bis 22 Uhr durchgebucht, da komme ich auf neun bis zehn Termine am Tag, am Wochenende sind es weniger, aber da arbeite ich auch. In den Schulferien tagt der Stadtrat nicht und ich habe auch mehr frei.
An welchem Ort kannst du am besten abschalten?
Bei meiner Familie, dann ist es egal, ob wir zu Hause sind oder gemeinsam unterwegs.
Können wir Dir einen Brief schreiben, damit wir weniger Hausaufgaben bekommen?
Der Brief würde ankommen, aber was die Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht machen, entscheiden sie und die Schulleitung. Ich als Oberbürgermeister habe die Aufgabe, dass ihr ein gutes Schulgebäude habt, dass da genügend Stühle und Tische drin sind und die Heizung funktioniert. Beim Unterricht darf und soll ich nicht mitreden.
Wie hast du dich gefühlt, als Du Oberbürgermeister geworden bist?
Ich habe mich sehr gefreut. Das ist ein ganz großer Vertrauensvorschuss, wenn man gewählt wird, wenn die Leute sagen, hey, der kann das gut, der soll das mal machen. Aber ich war am Anfang auch ein bisschen nervös, wenn man für eine ganze Stadt verantwortlich ist, davor hat man schon Respekt.
Bist du gerne Oberbürgermeister?
Ja, es ist sehr anstrengend, und sehr schön zugleich! Ich habe einen ganz tollen Job, weil ich jeden Tag viele tolle Menschen treffen darf und viele spannende Dinge erlebe. Das macht mir Spaß. Wenn man den Stress aushalten kann, ist großartig Oberbürgermeister zu sein.
Was hat Memmingen für Nachbarn?
Wir haben Dörfer bzw. Gemeinden als Nachbarn, mit denen wir viel zusammenarbeiten wie z.B. Buxheim, Trunkelsberg, Memmingerberg oder Benningen. Die gehören nicht zu uns dazu, sie haben ihre eigenen Bürgermeister und gehören zum Landkreis Unterallgäu. Dagegen gehören die Dörfer Steinheim, Eisenburg oder Dickenreishausen zu uns. Ich bin im Prinzip Oberbürgermeister der Stadt Memmingen und von sechs Dörfern, die zu Memmingen gehören. Und dann gehören zu unseren Nachbarn auch Städte, mit denen wir viel zusammenarbeiten, z.B. Kaufbeuren oder Kempten.
Ist es schwer Oberbürgermeister zu sein?
Ich würde sagen, dass vieles sehr schön und interessant ist, aber dass es auch ein schwieriger Job ist. Ich habe sehr viele Themen, für die ich zuständig bin. Bei der Stadt arbeiten ungefähr 1.400 Personen in vielen Ämtern. Ich habe ganz viel, was ich über den Tag wissen und tun muss. Und ich bin verantwortlich für die schwierigen Entscheidungen, wenn etwas in der Verwaltung nicht gut läuft oder wenn Bürgerinnen und Bürger sich mit einem Problem an mich wenden, braucht es eine Lösung. Das ist manchmal ganz schön schwierig.
Warum gibt es so viele Baustellen in Memmingen?
Weil wir ganz viel machen und super aktiv sind. Jede Baustelle heißt, dass hier etwas saniert oder gerichtet wird. Es kommt dadurch etwas Besseres, aber jede Baustelle ist natürlich anstrengend.
Warum gibt es Städte und Landkreise?
Die gibt es, damit wir uns besser organisieren können. Wir haben Gemeinden, die kümmern sich direkt vor Ort um Kindergärten, Spielplätze oder um Straßenbeleuchtung. Dann gibt es Landkreise und kreisfreie Städte, die kümmern sich um Feuerwehren, um sauberes Trinkwasser, da bekommt man den Ausweis oder den Führerschein. Dann kommt das Bundesland, bei uns der Freistaat Bayern, der sorgt dafür, dass wir genügend Lehrerinnen und Lehrer haben. Noch größer ist dann die Bundesrepublik Deutschland. Der Bund stellt sicher, dass es Autobahnen gibt oder die Bundeswehr. So gibt es die verschiedenen Ebenen und jede hat ihre Aufgaben.