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Weichen für kommunale Wärmegesellschaft gestellt

Ziel ist eine langfristige Transformation der Energieversorgung

veröffentlicht am 03.05.2026
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Der Stadtrat hat den nächsten wichtigen Schritt für die künftige Wärmeversorgung der Stadt beschlossen.

Memmingen (dl/as). Der Stadtrat der Memmingen hat den nächsten wichtigen Schritt für die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt beschlossen. Die Stadtwerke Memmingen wurden beauftragt, das Vertragswerk für die Gründung einer neuen Wärmegesellschaft zu finalisieren.

Ziel ist es, zum 1. Januar 2027 eine gemeinsame Wärmegesellschaft in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG mit Sitz in Memmingen zu gründen. Diese soll aus der bisherigen Fernwärme Memmingen hervorgehen. Die Stadt wird mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafterin, während die E-CON AG 49 Prozent der Anteile übernimmt.

Grundlage für die Umsetzung ist ein sogenannter Letter of Intent (LOI), der im Zuge eines umfangreichen Arbeitsprozesses erarbeitet wurde. Bereits Anfang 2024 hatte der Stadtrat die Prüfung und Vorbereitung einer solchen Gesellschaft angestoßen.

Klare Struktur und gemeinsame Führung

Die neue Gesellschaft wird von einer technischen und einer kaufmännischen Geschäftsführung geleitet. Während die technische Leitung von Seiten der E-CON AG vorgeschlagen wird, liegt die kaufmännische Geschäftsführung bei der Stadt.

Auch die Kontrolle ist klar geregelt: Der Aufsichtsrat wird paritätisch besetzt. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Oberbürgermeister.

Fokus auf nachhaltige Wärmeversorgung

Inhaltlich setzt die geplante Wärmegesellschaft auf eine langfristige Transformation der Energieversorgung. Ein zentraler Bestandteil ist der schrittweise Ausstieg aus der Erdgasversorgung bis spätestens 2050.

Gleichzeitig soll das Angebot deutlich erweitert werden, etwa um Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Stromspeicher und Ladeinfrastruktur. Auch der Ausbau und die Weiterentwicklung des Wärmenetzes spielen eine wichtige Rolle.

Perspektive: Ein gemeinsames Wärmenetz für Memmingen

Das bestehende Wärmenetz Süd wird anteilig in die neue Gesellschaft eingebracht. Das Wärmenetz Nord bleibt zunächst außen vor, soll jedoch langfristig integriert werden. Ziel ist ein zusammenhängendes Wärmenetz für ganz Memmingen.

Investitionen und Finanzierung

Für den Aufbau und die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung sind bis Ende 2026 Investitionen von rund 26,25 Millionen Euro vorgesehen. Einschließlich bereits erbrachter Planungsleistungen ergibt sich ein Gesamtvolumen von etwa 30,75 Millionen Euro.

Die Finanzierung erfolgt über Eigenmittel und Darlehen. Die Stadt beziehungsweise die Stadtwerke übernehmen dabei einen Großteil der Absicherung.

Nächste Schritte

Mit dem aktuellen Beschluss stellt der Stadtrat die Weichen für eine künftig stärker kommunal geprägte, nachhaltige und sichere Wärmeversorgung in Memmingen. Die nächsten Schritte umfassen die Ausarbeitung der Verträge sowie deren geplante Unterzeichnung im Laufe des Jahres 2026.