Acht statt sechs Bahnen in der Halle

Stadträte beschließen Ausstattung des neuen Kombibades

veröffentlicht am 13.01.2021

Dieses Kombibad-Modell machte das Rennen bei der jüngsten Stadtratssitzung: 20 der anwesenden RätInnen votierten für diese Variante, die acht statt sechs Bahnen im Hallensportbecken vorsieht. Grafik: Baureferat Hochbauamt Stadt Memmingen

Memmingen (as). Das Kombibad nimmt allmählich Gestalt an: Mit der Entscheidung über die konkrete Ausstattung des geplanten Hallen- und Freibades im jüngsten Stadtratsplenum ist die Bäderplanung, zumindest in der Theorie, nun abgeschlossen. Dem Beschluss zufolge wird das Sportbecken in der Halle um zwei weitere Bahnen ergänzt, der Sprungbereich wird in das nun acht- statt wie ursprünglich geplant sechsbahnige 25-Meter-Becken integriert. Die Baukosten liegen bei über 35 Millionen Euro.

Soll das neue Kombibad ein separates Springerbecken bekommen oder zwei weitere Bahnen im Hallenschwimmbecken mit integriertem Sprungbereich? Das war die Kernfrage, über die das Plenum des Stadtrats bei seiner jüngsten Sitzung zu entscheiden hatte.

Vier Modelle zur Auswahl

Ursprünglich waren vier Varianten in der Diskussion, die alle auf dem grundsätzlichen Beschluss zur Ausgestaltung des Ganzjahresbades fußten, den der Stadtrat im Dezember 2019 auf Basis der Empfehlungen der auf Bäder spezialisierten Unternehmensberatung Altenburg getroffen hatte. Alle vier Varianten sehen im Freien ein 50-Meter-Becken mit sechs Bahnen, ein Nichtschwimmerbecken mit einer breiten Rutsche, ein Kleinkinderbecken sowie eine Spiel- und Liegewiese mit Kiosk vor. In der Halle verfügen alle Varianten über ein 25-Meter-Becken, einen Sprungbereich, ein Lehrschwimmbecken und ein durch eine Glaswand abgetrenntes Kursbecken mit Hubboden. Was die Modelle unterscheidet, ist die Zahl der Bahnen in der Halle (acht statt sechs Bahnen bei Variante 4) und der Standort des Sprungturms (an separatem Becken bei Variante 3).

Variante 1 - das Grundmodell

Die geringsten Mehrkosten wären bei Variante 1 (0,75 Millionen Euro zusätzliche Baukosten) angefallen, die lediglich eine Erweiterung auf sechs Bahnen beim Schwimmerbecken im Außenbereich vorsah. Ansonsten entsprach dieses Modell dem von der Firma Altenburg empfohlenen abgespeckten Betriebskonzept. (Anm. der Red.: Die ursprünglich geplanten erlebnisorientierten Extras wie ganzjähriges Außenbecken, Erlebnisrutsche in der Halle, Sauna und Gastronomie waren ja bereits im Oktober 2019 vom Tisch, da diese Planung mit 41,4 Millionen Euro zu Buche geschlagen hätte.)

Variante 2 - Sprungbereich am Kursbecken

Variante 2 (1,16 Mio. zusätzliche Baukosten) sah eine Innenrutsche vor sowie einen Sprungbereich am Kursbecken, was aus technischen Gründen jedoch schwer realisierbar ist, wie der leitende Baudirektor Fabian Damm erklärte. Dementsprechend sprach sich auch keiner der Stadträte dafür aus.

Variante 3 - separates Springerbecken

Das besondere Extra bei Variante 3 war ein separates Springerbecken mit zusätzlichen Baukosten von 1,2 Millionen Euro. Ein Loch ins Stadtsäckel würden hier vor allem die von Stadtkämmerer Gunther Füßle auf 20 Jahre gerechneten Betriebskosten in Höhe von 3,86 Millionen Euro reißen.

„Ja“ zu Modell 3 sagten 16 Stadträte. Ein eigenes Springerbecken habe sonst kein Bad in Schwaben, es stelle daher einen wesentlichen Attraktivitätsfaktor dar, betonte Helmut Barth (CRB). Sein Fraktionskollege Bastian Dörr sprach sich stellvertretend für die Memminger Jugend für diese Variante aus. Ivo Holzinger (jun.) (SPD) hob hervor, dass ein separates Becken auch für Kinder-Schwimmkurse nützlich sei und Jürgen Kolb (Freie Wähler) sah einen zusätzliche Nutzung für das Tauch- oder Kajak-Training.

Variante 4 - acht Bahnen im Hallensportbecken

Das Rennen machte jedoch das vierte vorgestellte Modell: Es erweitert das Hallenschwimmbecken um zwei weitere auf acht Bahnen, der Sprungbereich ist bei dieser Planung an das Sportbecken angegliedert. Die zusätzlichen Baukosten fallen hier mit 1,33 Millionen etwas höher aus als bei Variante 3, im 20-jährigen Betrieb ist Variante 4 mit 2,84 veranschlagten Millionen jedoch um eine Million günstiger als Variante drei.

20 StadträtInnen sprachen sich für dieses Modell aus, für die CSU/FDP-Fraktion betonte Horst Holas, diese Variante sei nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch vielfältiger und flexibler nutzbar. Und zudem für Wettkämpfe geeignet, wie Professor Dr. Dieter Buchberger (Grüne/Linke) anmerkte. Die Erweiterung hat zudem den Vorteil, dass auch während der Sprungturm in Betrieb ist fünf Bahnen für die Schwimmer zur Verfügung stehen.

Baubeginn voraussichtlich 2024

Sollten sich keine weiteren Hindernisse ergeben, ist der Baubeginn für das Jahr 2024 geplant. Das erste Mal eintauchen ins Kombibad, das auf der Fläche des jetzigen Freibades errichtet wird, kann man dann voraussichtlich im Frühjahr 2027.