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Geschichte trifft Gegenwart

Dickenreishausen feiert 900-jähriges Bestehen

veröffentlicht am 12.05.2026
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Bei der 900-Jahr-Feier (v. li.): Gerhard Unold, Hildegard Braun, Isabell Lanki, Alexandra Demmeler, Oberbürgermeister Jan Rothenbacher, Pfarrer Markus Müller und Stadtarchivar Christoph Engelhard. Überreicht wurde eine Ansicht Dickenreishausens von 1890. Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen

Memmingen/Dickenreishausen (dl/as). Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung hat der Memmingen-Ortsteil Dickenreishausen sein 900-jähriges Bestehen sowie 50 Jahre Gebietsreform gefeiert. Rund 100 Gäste blickten bei einer Feierstunde in der evangelische Kirche St. Agatha und St. Ottilia auf eine bewegte Ortsgeschichte zurück.

Die erste urkundliche Erwähnung Dickenreishausens geht auf das Jahr 1126 im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Rot an der Rot zurück. Die Siedlung zählte damals zum Gründungsbesitz des Klosters. Stadtarchivar Christoph Engelhard zeichnete in seinem Vortrag die wichtigsten historischen Entwicklungen nach und präsentierte dabei zahlreiche Dokumente und Fotografien.

Wechselhafte Geschichte

Über Jahrhunderte hinweg wechselten die Grundherren mehrfach, bevor das Dorf ab 1472 dauerhaft dem Spital der Reichsstadt Memmingen zugeordnet wurde. Diese Verbindung besteht in Teilen bis heute fort: Der Sachunterhalt der Kirche liegt weiterhin bei der Unterhospitalstiftung. Kriege, darunter die Bauernkriege und der Dreißigjährige Krieg, sowie wiederkehrende Krankheiten prägten das Leben der Bevölkerung ebenso wie die landwirtschaftliche Nutzung der Fluren, die für die regionale Versorgung von großer Bedeutung waren.

Auch strukturelle Veränderungen hinterließen ihre Spuren: Eine Flurbereinigung im 18. Jahrhundert sollte die Erträge steigern, wurde jedoch von Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen. Nach dem Ende der Reichsstadt Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Dickenreishausen Teil des Königreichs Bayern. Mit der Lokalbahn zwischen Memmingen und Legau erhielt der Ort im frühen 20. Jahrhundert zudem einen eigenen Haltepunkt mit beliebter Bahnhofsrestauration.

Vor 50 Jahren eingemeindet

Vor 50 Jahren entschieden sich die Bürgerinnen und Bürger in einer Abstimmung für die Eingemeindung nach Memmingen. Ein wesentlicher Beweggrund war die damals angespannte Abwassersituation, die durch den Anschluss an das Gruppenklärwerk Heimertingen gelöst werden konnte. Seit 1997 begleitet ein Bürgerausschuss die Entwicklung des Ortes im engen Austausch mit Stadtverwaltung und Stadtrat.

Oberbürgermeister Jan Rothenbacher betonte in seiner Ansprache, dass Dickenreishausen trotz Eingemeindung seine Eigenständigkeit bewahrt habe: Der Oberbürgermeister sei zugleich auch Bürgermeister des Ortsteils und jederzeit Ansprechpartner für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger.

Beispiel für zukunftsorientierte Energiepolitik

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Projekte umgesetzt, darunter die Restaurierung der denkmalgeschützten Steinernen Brücke, die Eröffnung eines modernen Kindergartens sowie der Neubau der Kreisstraße MM20 (Hurrentrasse). Zudem gilt Dickenreishausen heute als Beispiel für zukunftsorientierte Energiepolitik: Viele Haushalte sind bereits an eine zentrale Nahwärmeversorgung angeschlossen.

Der Festabend wurde von Alexandra Demmeler und Isabell Lanki moderiert. Ein geistlicher Impuls kam von Pfarrer Markus Müller. Musikalisch gestalteten der Posaunenchor Dickenreishausen-Woringen sowie Organist Andreas Kutter das Programm. Ein gut besuchter Empfang im neuen Pfarrgemeindesaal bildete den Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten.