SPD - Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen fehlen

Frauenpolitischen Sommertour Simone Strohmayr in Memmingen

veröffentlicht am 17.08.2021

Simone Strohmayr, Silvia Nuber, Regina Leenders und Rita Häring (von links) sprechen über die Arbeit des Frauenhauses Memmingen. Foto: Regina Leenders

Memmingen (dl). Auf der Frauenpolitischen Sommertour machte MdL Simone Strohmayr kürzlich einen Stopp in Memmingen. Zusammen mit Rita Häring (stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Memmingen-Unterallgäu) und der Bundestagskandidatin der SPD Regina Leenders besuchte sie das Frauenhaus Memmingen.

Dort empfing sie Silvia Nuber. Ein großes Thema war natürlich Corona. Im Lockdown habe es wenig Anrufe von Frauen gegeben, da die Männer oder Väter wahrscheinlich wie viele Bürger im Home-Office waren und es daher kaum Möglichkeiten gegeben hätte, sich Hilfe zu holen. Nach den Lockdowns allerdings habe es umso mehr Beratungen gegeben.

Schwierig sei auch das Homeschooling im Frauenhaus gewesen. Dafür brauchte es extra Platz und auch eine Unterstützung der Frauen. Das Frauenhaus habe extra zwei Erzieherinnenstellen, da auch abseits der Pandemie, die Kindergartenplätze fehlen und somit die Kinder beaufsichtigt werden müssten, wenn die Frauen arbeiten. Was vor allem fehle sind aber ehrenamtliche Mitarbeiterinnen.

Wer das Frauenhaus Memmingen also unterstützen möchte, könne sich zur ehrenamtlichen Arbeit melden oder, wie es laut Nuber auch schon viele Leute tun, spenden.

Wohnungsnot erschwert die Situation

Eine großes Thema war ebenfalls die Wohnungsnot in Memmingen. Auch sie treffe die Frauen in Frauenhäusern, da sie oft nicht viel verdienten und es deshalb umso schwerer sei, als Alleinerziehende oder als Alleinstehende eine Wohnung in Memmingen zu bekommen. Daher müssten die Frauen oft monatelang im Frauenhaus bleiben. Alternativ im ländlichen Raum eine Wohnung zu mieten sei eher schwierig, da die Jobs vor allem in Memmingen verfügbar seien und die Frauen oft kein Auto hätten bzw. es sich nicht leisten könnten.

Leenders fragte auch nach der Verfügbarkeit von Therapieplätzen für Frauen, die Gewalt erfahren haben. Leider seien diese ebenfalls nicht leicht zu finden, antwortete Nuber. Die Frauen müssten sich wie jeder andere auf eine Liste setzen lassen und warten. Die drei SPD-Frauen nahmen viel mit von diesem Treffen und kündigten an, sich weiter auf allen Ebenen – Bund, Land oder kommunal – für die besonderen Belange von Frauen einzusetzen.