In diesem leerstehenden Haus in Memmingen fand die Polizei am Montag die Leiche des 14-Jährigen. Foto: Matthias Becker/Memminger Zeitung
Memmingen (dl/as). Im Zusammenhang mit dem Mord an einem 14-jährigen Jugendlichen in Memmingen haben die Ermittlungsbehörden weitere Erkenntnisse veröffentlicht. Darüber informieren die Staatsanwaltschaft Memmingen und das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West.
Nach aktuellem Stand wurde der 37-jährige Tatverdächtige in Abu Qash im Westjordanland geboren. Seine Staatsangehörigkeit ist weiterhin nicht abschließend geklärt.
Vorstrafen und Aufenthaltsstatus
Der Mann war in Deutschland bereits zweimal rechtskräftig zu Geldstrafen verurteilt worden: 2021 wegen Sachbeschädigung und 2026 wegen unerlaubten Aufenthalts ohne Pass.
Nach Angaben der zuständigen Behörden handelte es sich bei dem Tatverdächtigen um einen abgelehnten Asylbewerber, der aufgrund ungeklärter Identität geduldet war. Er galt offenbar als psychisch auffällig, aggressiv und gewaltbereit. Für weitergehende Auskünfte zum Aufenthaltsstatus verweisen die Ermittlungsbehörden an die Zentrale Ausländerbehörde der Regierung von Schwaben.
Mögliche Beziehung zum Opfer
Nach derzeitigen Erkenntnissen könnten sich der Tatverdächtige und der 14-jährige Jugendliche gekannt haben. Hinweise deuten darauf hin, dass zwischen beiden ein persönlicher Kontakt bestand. Die genauen Hintergründe dieser Beziehung sowie mögliche Tatmotive sind jedoch weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Hintergrund des Geschehens
Der 14-Jährige, der nach Informationen der Memminger Zeitung aufgrund einer schweren Erkrankung auf Medikamente angewiesen gewesen soll, war seit dem Wochenende vermisst worden und wurde am Montag tot in einem leerstehenden Gebäude aufgefunden. Die Obduktion ergab Hinweise auf Gewalteinwirkung.
Im Zuge der anschließenden Fahndung wurde der Tatverdächtige noch am selben Tag im Bereich des Hallenbads lokalisiert. Als er bei einem Zugriff durch Polizeibeamte mit einem Messer auf diese zuging und die Aufforderung, die Waffe abzulegen, nicht befolgte, kam es zu einem Schusswaffeneinsatz. Der Mann wurde schwer verletzt und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus.
Ermittlungen dauern an
Die weiteren Ermittlungen zum Tötungsdelikt sowie zur Prüfung des polizeilichen Schusswaffeneinsatzes laufen weiterhin. Diese werden unter anderem vom Bayerisches Landeskriminalamt geführt.
Aus ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren Details veröffentlicht werden.